Schluss mit dem Mauerblümchendasein

Erding - Der Fremdenverkehr im Landkreis soll nicht länger ein Dasein als Mauerblümchen fristen. Das hat sich Jakob Mittermeier zum Ziel gesetzt. Die Zahlen verheißen Gutes.

Dass der Landkreis Erding als Fremdenverkehrsregion eine Menge Potenzial hat, belegen die Zahlen. Über mehr als 650 000 Übernachtungen freute sich die Tourismusbranche im Jahr 2006. Im Vorjahr waren es Schätzungen zufolge gar über 725 000 ­ Tendenz steigend. Das lässt nur einen Umkehrschluss zu: Je mehr Geld die auswärtigen Besucher im Landkreis lassen, desto besser für die Wirtschaft. "Und das heißt wiederum, dass wir unsere Wirtschaft fördern, wenn wir den Tourismus unterstützen", sagte Landrat Martin Bayerstorfer heute im Rahmen eines Pressegesprächs. "Davon profitieren vor allem die Einzelhandelsbetriebe."

Die Goldgrube Tourismus zu erschließen, hat sich CSU-Stadtrat und Wirtschaftsreferent Jakob Mittermeier, der seit einem halben Jahr Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins ist, auf die Fahne geschrieben. "Der Fremdenverkehr im Landkreis führt noch das Dasein eines Mauerblümchens, weil sich die wenigsten darüber im Klaren sind, wie viel Geld dahinter steckt."

Basierend auf den Zahlen aus dem Jahr 2006 ist mit einem Gesamtumsatz von mindestens 70 Millionen Euro zu rechnen, wobei in der Statistik weder Beherbergungsbetriebe mit weniger als neun Betten, noch Tagesausflügler berücksichtigt sind. Obgleich der Landkreis nicht mit den Urlaubsregionen in Bayern mithalten kann, verzeichnet er oberbayernweit derzeit die höchste Steigerungsrate bei den Übernachtungen.

Diese Quelle lasse sich aber nur durch ein breites Serviceangebot ausschöpfen, betonte Mittermeier. Hierzu soll in erster Linie die Website des Fremdenverkehrsvereins umstrukturiert werden. Auch das Hotel-Leitsystem soll neu gestaltet werden. Zudem will der Verein gemeinsam mit der Therme Erding mehr Präsenz bei Messen zeigen.

Als "großes Problem" wertet Mittermeier allerdings die Tatsache, dass im Fremdenverkehrsverein erst fünf Gemeinden, die Stadt Erding sowie der Landkreis organisiert sind. "Nach der Kommunalwahl werde ich auf die Gemeinden zugehen", betont Mittermeier. Sollte er sie nicht überzeugen können, "müssen wir uns Gedanken über die Rechtsform des Vereins machen. Wir wollen aber zunächst auf ehrenamtlicher Basis weiterarbeiten."

Für die Stadt Erding lautet die Maxime, den Thermenbesucher in die Innenstadt zu locken. Hier will Mittermeier in erster Linie mit Hinweisschildern die Werbetrommel rühren. Auch ein Kombi-Ticket für die Therme samt Busfahrt ins Stadtzentrum könne er sich gut vorstellen. (mlt)

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