Vor Gericht 

Schneller Griff im Schnellimbiss

Erding – „Über kurz oder lang musste es herauskommen“, meinte am Ende der Verhandlung Richterin Sabine Schmaunz. Damit meinte sie das Handeln eines leitenden Angestellten bei einem Schnellimbiss in Erding. Der 28-Jährige stand vor Gericht, weil er sich an den Tageseinnahmen bedient hatte – und prompt erwischt wurde.

Der Erdinger war unter anderem dafür zuständig, die Bargeldeinnahmen im Tresor zu deponieren und später zur Bank zu bringen. Ab Februar 2015 zweigte er in fünf Fällen insgesamt rund 25 000 Euro in die eigene Tasche ab.

Bereits durch die Tagesabrechnungen flogen die Taten rasch auf. Dem Langfinger wurde sofort gekündigt. Seine Gattin, im gleichen Betrieb beschäftigt, kündigte von sich aus. Dem 28-Jährigen war zugute zu halten, dass er sofort nicht nur geständig war, sondern sich auch noch schriftlich entschuldigte. Seine Reue war glaubhaft.

Auch vor Gericht räumte er die Anklage ein und gab zu, einen Teil der Beute in Spielhallen verzockt zu haben. Zudem finanzierte er damit seinen Lebenunterhalt und überraschte seine Frau mit dem Brautkleid. Obendrauf gab es ein neues Schlafzimmer und diverse elektronische Geräte, etwa eine Spielekonsole. Einiges davon pfändete die Staatsanwaltschaft Landshut. Nur noch 4000 Euro Bargeld konnten sichergestellt werden.

Die Folgen dürften nach Auffassung des Gerichts ein heilsamer Schock für den 28-Jährigen gewesen sein, der vier lange zurückliegende Vorstrafen eher harmloserer Natur aufzuweisen hat. Er suchte sich eine neue Stelle und noch einen Nebenjob, um den Schaden wieder gutzumachen.

Seit einem dreiviertel Jahr zahlt er monatlich 300 Euro an die Versicherung der Imbisskette. Zusammen mit seiner Frau besucht er einen Eheberater, um die Beziehung auf eine vernünftige Basis zu bringen. Die gute Sozialprognose beeindruckte die Staatsanwältin, die zwar zwei Jahre Freiheitsstrafe forderte, diese aber zur Bewährung ausgesetzt. Der Pflichtverteidiger, Rechtsanwalt Thomas Fauth aus Landshut, ging es vor allem um die Bewährung, ausgereicht hätten ihm aber ein Jahr und neun Monate.

Richterin Sabine Schmaunz wählte den Mittelweg und verurteilte den 28-Jährigen zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe bei Aussetzung zur Bewährung auf die Dauer von vier Jahren. Zur Auflage machte sie die weitere Schadenswiedergutmachung in monatlichen Raten. Außerdem bleibt die Forderung des Amtsgerichts Landshut über 18 000 Euro bestehen.  gse

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