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Stolz auf das Geleistete stand bei den Reden beim Handwerkerempfang auch im Mittelpunkt. 

Handwerkerempfang 

Schreckgespenst Diesel-Fahrverbot

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„Wir sind so oft angelogen worden“, schimpfte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger in Bezug auf die Diesel-Krise. Immerhin stellt die Umweltministerin eine Lösung ohne Fahrverbote in Aussicht.

Erding– „Dieselfahrverbote in Innenstädten wären existenzbedrohend“, wetterte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger am Sonntag beim Handwerkerempfang. Die Folge wäre seiner Ansicht nach ein „wirtschaftlicher Schaden, der nicht wieder gutzumachen ist“. Da wirkte ein Versprechen von Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf wie Balsam auf die Unternehmerseele. „Wir setzen uns dafür ein, dass wir Fahrverbote vermeiden“, sagte sie im Schrannensaal der Sparkasse in Erding.

„Die Luft in Bayern ist so gut wie nie“, erklärte die Ministerin. In den vergangenen sechs Jahren habe es an keiner einziger Luftgütemessstelle Überschreitungen bei Feinstaub, Blei und weiteren Schadstoffen gegeben. „Das einzige Problem ist Stickoxid“, gab Scharf zu – in Regensburg, Augsburg, Nürnberg und vor allem München. Dagegen gelte es vorzugehen, allerdings nicht mit Fahrverboten. Es herrsche derzeit eine regel

rechte Diesel-Hysterie. „Wir sind so oft angelogen worden“, sagte Waxenberger zu den Versprechen in Bezug auf diese Fahrzeuge.

Insgesamt äußerte er sich skeptisch über die Politik. Die frühere Große Koalition in Berlin habe die Eindämmung der kalten Progression versprochen. Geschehen sei nichts, klagte Waxenberger. Dafür werde die Bürokratie immer mehr, zum Beispiel durch die Energieeinsparverordnung. 2016 seien wegen ihr die Kosten für die Errichtung einer Wohneinheit um sechs Prozent gestiegen, „bei einer CO2-Einsparung von 0,02 Prozent“.

„Das Handwerk ist die stabilste Säule unserer Wirtschaft“ – dieses Lob der Umweltministerin ging den versammelten Unternehmern runter wie Öl. Waxenberger hinterlegte das mit Zahlen. Im Kreis Erding habe das Handwerk im Jahr 2017 einen Umsatz von 1,063 Milliarden Euro erwirtschaftet – drei Millionen mehr als im Jahr zuvor. Aktuell seien 9100 Personen im Landkreis im Handwerk beschäftigt, etwa 100 weniger als im Vorjahr. Dafür sei die Zahl der Betriebe um 47 auf 2534 gestiegen. Stolz verwies der Kreishandwerksmeister auch auf die aktuell 746 Ausbildungsplätze. Das seien deutlich mehr Lehrstellen als der Großflughafen München mit dreimal so vielen Arbeitsplätzen anbiete.

Den Festvortrag hielt Hans Moritz. Der Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger sprach über das Handwerk des Journalismus in diesen turbulenten Zeiten.

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