Ich bin dann mal weg: BJV-Sprecher Thomas Schreder geht beruflich neue Wege.
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Ich bin dann mal weg: BJV-Sprecher Thomas Schreder geht beruflich neue Wege.

Ehrenamtlich bleibt der Erdinger aber aktiv

Thomas Schreder wirft beim Jagdverband hin

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Thomas Schreder ist nicht länger hauptamtlicher Pressesprecher des Bayerischen Jagdverbands. Nach 20 Jahren beim BJV wechselt er zum Bayerischen Reit- und Fahrverband nach München.

Erding – Thomas Schreder ist nicht länger hauptamtlicher Pressesprecher des Bayerischen Jagdverbands. Am Freitag teilte er seinen Jagdkameraden mit, dass er tags zuvor nach 20 Jahren sein Arbeitsverhältnis beim BJV beendet habe. Dort war er viele Jahre Pressesprecher. Seine neue Aufgabe: Schreder wechselt zum 1. März zum Bayerischen Reit- und Fahrverband nach München.

Monatelang hatte Schreder gekämpft und um die Gunst der bayerischen Jagdfunktionäre gebuhlt. Doch als nach mehrfacher coronabedingter Verschiebung im Dezember endlich ein neuer BJV-Präsident gewählt wurde, stimmten nur 291 Delegierte für ihn, 405 hingegen für seinen Gegenkandidaten, den Münchner CSU-Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch. Das war ein deutliches Ergebnis gegen Vize-Präsident Schreder, der nach dem unrühmlichen Abgang von Klaus Vocke den BJV interimsmäßig geführt hatte.

Thomas Schreder: „Ein prägender Teil meines Lebens geht zu Ende“

Schreder war ein guter Verlierer und ließ sich seine Enttäuschung nicht anmerken. Allerdings sagte er im Dezember auch, dass er sich nun erst neu sortieren müsse. Auch Weidenbusch hatte sich anfangs zurückgehalten und mitgeteilt, beide Seiten müssten sich jetzt in aller Ruhe unterhalten, wie es weitergeht.

Seit dem Wochenende steht fest: Es geht nicht weiter, Schreder geht. Auch in seinem Abschiedsbrief, der unserer Zeitung vorliegt, wäscht Schreder keine schmutzige Wäsche. „Ein prägender Teil meines Lebens geht zu Ende. Die nach der Wahl anstehenden Strukturänderungen im BJV waren für mich ein Grund, mich neu zu orientieren. Ich beende die Zeit im BJV ohne Groll, blicke gerne auf die erlebnisreichen Jahre zurück und wünsche der Geschäftsstelle ein gutes Gelingen zum Wohle der Jagd, des Wildes und der Mitglieder.“

Schreder betont aber auch, dass er sein (Ehren-)Amt als oberbayerischer Bezirkspräsident weiterhin ausüben wolle. Dasselbe gelte für seine Funktion als Vorsitzender des Kreisjagdverbands Erding. Den Kontakt zum Landesverband möchte der Erdinger nicht abreißen lassen: „Natürlich bin ich weiter euer Sprachrohr in die Geschäftsstelle und werde die Anliegen und Anfragen aus Erding selbstverständlich direkt nach Feldkirchen weitertragen und vertreten“, verspricht er.

Thomas Schreder an seine Jagdfreunde „Ich hoffe, ihr könnt meine Entscheidung verstehen“

Beim Reit- und Fahrverband München folgt er auf Michael Hohlmeier, der in Ruhestand geht. Dabei handelt es sich um eine „Interessengemeinschaft Pferd“, in der sich eigenen Angaben zufolge „über 100 000 pferdebegeisterte Menschen“ zusammengefunden haben. Aufgaben sind Pflege und Förderung des Pferdesports in allen Disziplinen, Interessenvertretung des Pferdesports bei Behörden und Organisationen sowie Förderung des Pferdesports in der freien Natur, des Tierschutzes und der Pferdehaltung.

„Nachdem Reitverband und BJV seit vielen Jahren ein freundschaftliches Verhältnis über die Bürgerallianz Bayern pflegen, wird es auch zukünftig sicher viele Berührungspunkte geben“, verspricht Schreder, der wie seine Frau und seine beiden Töchter leidenschaftlicher Reiter ist.

An seine Jagdfreunde aus dem Kreis- und Bezirksverband appelliert er: „Ich hoffe, ihr könnt meine Entscheidung verstehen, und plane, möglichst bald eine Videokonferenz der Vorstandschaft einzuberufen, in der wir dann gerne über alle Details sprechen können.“ Zugleich bittet er um Verständnis, „dass ich in den letzten Tagen und Wochen durch die angespannte persönliche Situation nicht so verfügbar war, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber nachdem es beruflich nun für mich geklärt ist, kann ich mich wieder intensiver um das Ehrenamt kümmern.“

Schreder kennt das volatile Geschäft mit Wahlen: 2013 wollte er für die CSU über die Liste in den Landtag, kam jedoch nicht hinein. Vor einem Jahr wurde er zwar wieder in den Stadtrat gewählt, verfehlte aber sein Kreistagsmandat. Schreder selbst war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

ham

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