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Schreiner-Gesellen: „Euch stehen alle Wege offen“

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Von: Bernd Heinzinger

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Die Sieger des Wettbewerbs „Die gute Form“ (Bild oben, v. l.): Martina Laschinger (Holzgestaltung Deuritz/Oberding), Xaver Kapfer (Thalmeier Einrichtungen/Dorfen), Ben Arenz (Bauer Schreinerei/Hohenpolding) und Neil Hartl (Holzrausch GmbH/Forstern).
Die Sieger des Wettbewerbs „Die gute Form“ (v. l.): Martina Laschinger (Holzgestaltung Deuritz/Oberding), Xaver Kapfer (Thalmeier Einrichtungen/Dorfen), Ben Arenz (Bauer Schreinerei/Hohenpolding) und Neil Hartl (Holzrausch GmbH/Forstern). © Bernd Heinzinger

Die Schreiner-Innung Erding kürt beim Wettbewerb „Die gute Form“ die besten Gesellen und wirbt für ihren Berufsstand. Die Junghandwerker bleiben der Branche treu.

Erding – Bis zur Freisprechungsfeier zum Gesellen dauert es für die 17 Schreinerlehrlinge aus den 49 Betrieben der Erdinger Innung noch ein bisschen. Aktuell stehen die Gesamtnoten der Prüfungen noch nicht fest. Jetzt trafen sich alle im Frauenkircherl zur Ausstellung ihrer Gesellenstücke.

Mit diesen traten sie zum Wettbewerb „Die gute Form“ an, bei dem eine unabhängige Jury die Gesellenstücke bewertete. Über den ersten Preis durfte sich Ben Arenz freuen, knapp dahinter landeten Neil Hartl und Xaver Kapfer auf den Plätzen. Eine Belobigung für ihr Gesellenstück gab es zusätzlich für Martina Laschinger.

Vor der Prämierung richtete Obermeister Anton Kolbinger einige Worte an die künftigen Gesellen. Die vergangenen Wochen haben für sie eine Menge Stress bedeutet: „Das ist heute vorbei. Seid stolz auf das Geleistete, euch stehen mit dem Gesellenbrief alle Wege offen.“ Kolbinger formulierte die Hoffnung, dass alle dem Schreinerberuf die Treue halten: „Hier habt ihr eine sichere Zukunft.“

Die große Bedeutung des Handwerks betonte Vize-Landrat Franz Hofstetter: „Wir haben im Landkreis sehr viele Betriebe, die Wertschätzung aller Handwerke muss aber deutlich nach oben gehen.“ Schon in der Grundschule heiße es häufig, dass das Kind unbedingt auf eine weiterführende Schule müsse: „Es zählt nur noch der Akademiker, und das ist sehr unfair“, so Hofstetter.

Alle hätten eine saubere Arbeit geleistet und die Ausstellung sei eine Augenweide, lobte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger die Schreinergesellen: „Wer ein Auge für das Schöne hat, sollte unbedingt ins Frauenkircherl kommen.“

Jahrgangsbester ist Moritz von Fraunberg (Schreinerei Westermaier/Fraunberg) Sein Gesellenstück ist ein Sideboard mit Platz für die Musikanlage.
Jahrgangsbester ist Moritz von Fraunberg (Schreinerei Westermaier/Fraunberg). Sein Gesellenstück ist ein Sideboard mit Platz für die Musikanlage. © Bernd Heinzinger

Dass die Ausbildung zum Schreiner sehr vielfältig sei, sagte Lehrlingswart Clemens Thalmeier: „Die Arbeiten sind breit gefächert und für jeden Kunden muss man etwas Neues anfertigen. Da wird es garantiert nie langweilig.“ Auch der Abschluss zum Gesellen sei sehr umfangreich: „Das geht von der Idee zum Stück über das Planen und Konstruieren bis zum Bauen und schließlich Präsentieren.“ 80 bis 100 Stunden werde an einem Gesellstück gearbeitet. Jeder sei dabei einmal an dem Punkt angelangt, eine kurze Pause für die Nerven zu brauchen. Die theoretische Prüfung sei aber auch nicht ohne, sagte Thalmeier.

Neben der Funktionalität der Stücke spielte bei der Gesellenprüfung auch die Optik eine Rolle. Daher hatte der Bundesverband einst den Wettbewerb „Die gute Form“ ins Leben gerufen. Alle Lehrlinge der Erdinger Innung lieferten saubere Arbeiten ab, die der Sieger stachen noch einmal heraus. Ben Arenz hätte nie erwartet, den ersten Platz zu belegen: „Natürlich habe ich mich sauber reingehängt, das ist dann aber doch eine Riesenüberraschung.“ Er will dem Schreinerberuf treu bleiben und in seinem Ausbildungsbetrieb Joachim Bauer weiterarbeiten. Vielleicht kommen auf ihn noch weitere Preise zu, denn mit dem Sieg im Kreis qualifizierte sich Arenz fürs Landesfinale.

Bevor es ans Feiern ging, stand die Ehrung des besten Gesellen der Schreinerinnung auf dem Programm. Auch wenn die Noten noch nicht bekannt sind, stand bereits fest, dass Moritz von Fraunberg – Theorie, Praxis und Gesellenstück zusammen – am besten abgeschnitten hat: „Das habe ich überhaupt nicht erwartet, vor allem, weil ich mit der Praxisprüfung gar nicht zufrieden war“, sagte er zu seinem Erfolg. Auch der Innungsbeste macht im Schreinerberuf weiter: „Die Arbeit mit Holz bereitet mir einfach wahnsinnigen Spaß.“

Außerdem präsentierten ihre Gesellenstücke im Frauenkircherl: Johannes Asam, Tobias Beer, Tobias Dobry, Tobias Grabienski, Carsten Hannatzsch-Greber, Niklas Heilmeier, Jennifer Hemprich, Zoe Kristöfl, Pascal Lubach, Johannes Meszner, Maximilian Ries und Luca Sigel.

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