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„Ein ratloser Blick in die Zukunft“

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Statistische Prognosen gleichen einem Blick in die Kristallkugel. Diese Form der Wahrsagekunst übt die Hochschule für Angewandtes Management im Auftrag des Landkreises aus. Das wurde bei der Präsentation des Gutachtens zur Schulentwicklung im Ausschuss für Bildung und Kultur deutlich.

Erding– Die Forscher unterscheiden zwischen zwei Szenarios: 1. ein anhaltender Trend zur Höherqualifizierung also dem Zulauf zu höheren Bildungsabschlüssen oder 2. ein gemäßigter Trend. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen halte sie ersteres für wahrscheinlicher, sagte Statistikerin Katharina Michel bei der Vorstellung des Gutachtens. Die Rahmenbedingungen seien günstig. „Im Gegensatz zu anderen Landkreisen kann man hier einen leichten Anstieg der Geburtenzahlen erwarten“, sagte Michel. Das liege auch an der Zuwanderung.

Die Studie enthält Warnsignale für den Fortbestand von zwei Mittelschulen: Wörth und Oberding. Unter der Grundannahme des anhaltenden Trends könnten diese bis 2026/27 zu wenig Schüler haben. Je weiter die Vorhersage jedoch in die Zukunft reicht, desto ungenauer wird sie auch. Das sei der sogenannte statistische Korridor, erklärte Michel.

„Ich habe da ein Problem“, kritisierte Michael Oberhofer (CSU), „der Korridor ist so groß, dass man eigentlich gar keine Aussage treffen kann“. Jede Schule plane ja bereits auf der Basis von selbst erstellten Fünfjahresstatistiken, sagte der Rektor der Mittelschule Isen. „Einen Mehrwert kann ich aus diesen Zahlen in keiner Weise ziehen“, sagte Oberhofer über die vorgestellte Studie, Es bleibe nur „ein ratloser Blick in die Zukunft“.

Für die übrigen Mittelschulen im Landkreis prognostiziert das Gutachten eher stabile Zahlen – ebenso für die Realschulen. „Sie erfreuen sich großer Beliebtheit“, erklärte Michel.

Das Gymnasium Dorfen bleibt nach dem Gutachten konstant, das Korbinian-Aigner-Gymnasium stabil bis leicht rückläufig. Am Anne-Frank-Gymnasium könnte die Schülerzahl sogar auf 1300 steigen (mittlerer Wert 2026/27 – 1005 in 2015/16).

In Bezug auf diesen Zuwachs am AFG fragte Max Kressirer (FW), ob das ohne bauliche Maßnahmen bewältigt werden könne. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wies auf den Haushalt hin, den Kressirer mitbeschlossen habe. Dort seien Erweiterungen der Fachräume und im Sportbereich eingeplant.

So klar, wie er gegenüber Kressirer kommunizierte, ist die Angelegenheit aber auch für den Landrat nicht. Am Ende der Sitzung gab er bekannt, dass er eine neue Raumbedarfsanalyse für Gymnasien in Auftrag geben wolle. Die mögliche Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums und der verhaltene Zulauf zu den gebunden Ganztageszügen machten das nötig, deutete Bayerstorfer an. 

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