Schulgutachten

„Der große Schub kommt im Jahr 2026“

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Der Landkreis wächst, vor allem Familien ziehen zu. Das bringt Herausforderungen im Schulbereich. An den Gymnasien verdoppelt die Wiedereinführung des G 9 den Effekt.

Erding– Der Boom geht weiter. Der Landkreis wächst und damit die Zahl der Herausforderungen im Bereich Kinderbetreuung und Schule. Zu den bisherigen Wachstumsmotoren wird die A 94 hinzukommen und dadurch vor allem der Bereich rund um Dorfen zur Zuzugsregion aufsteigen. „Sie haben die nächsten fünf bis zehn Jahre noch eine relativ ruhige Situation. Dann wird’s dynamisch“, sagte gestern Statistiker Christian Rindsfüßer in Bezug auf die Schullandschaft im Landkreis.

Sein Institut SAGS und der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München haben die Schulbedarfsplanung des Landkreises für Realschulen, Gymnasien und berufliche Oberschulen fortgeschrieben. Die Wissenschaftler stellten die Studie am Montag dem Ausschuss für Bildung und Kultur vor.

Der Planungsverband hatte für die Studie in den Rathäusern im Landkreis Zahlen über die demografische Entwicklung und die Wohnbautätigkeit abgerufen – auch in Bezug auf geplante Vorhaben. Ergebnis: Der Landkreis wird nach der Prognose fast doppelt so stark wachsen wie in früheren Jahren. 2005 bis 2015 habe die Nettozuwanderung noch 974 Menschen pro Jahr betragen, berichtete André Krimbacher vom Planungsverband den Kreisräten. Im Zeitraum 2018 bis 2035 werde diese Zahl bei 1864 liegen.

Dazu kommen wieder ansteigende Geburtenzahlen seit dem Tiefpunkt im Jahr 2011. Damals kamen im Landkreis Erding 1130 Kinder zur Welt. 2017 waren es 1375. Statistiker Rindsfüßer führte das auf eine „gesellschaftliche Dynamik“ wegen familienpolitischer Impulse zurück sowie auf die Zuwanderung. Der Zuzug sei dabei aber kein entscheidender Faktor, erklärte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Bis zu 1400 Asylbewerber bei fast 140 000 Einwohnern im Landkreis – „das fällt nicht ins Gewicht“, meinte er.

Realschul-Landkreis

„Es ziehen vor allem Familien mit kleinen Kindern zu“, sagte Rindsfüßer und untermauerte das auch mit statistischen Zahlen. Aktuell leben fast 137 000 Menschen im Landkreis. Im Jahr 2035 werden es nach den Prognosen 168 000 Einwohner sein.

Das führt zu einem deutlichen Ansteigen der Zahl der Schulkinder. Der Landkreis ist Sachaufwandsträger von Gymnasien sowie Real- und beruflichen Oberschulen. Gerade Investitionen in diesem Bereich sollen mit dem Gutachten frühzeitig klar werden.

„Der große Schub kommt im Jahr 2026“, sagte Rindsfüßer über die Gymnasien. Denn dann komme zu mehr Geburten und Zuzügen noch ein „zehnprozentiger G 9-Effekt“ hinzu. Denn 2026 kommen die ersten Gymnasiasten, die 2017 eingeschult wurden, in eine neunte Klasse. Das Gutachten sagt ein Sinken der Schülerzahlen an Gymasien bis 2023 voraus (von 3174 heute auf dann 3033). 2026 komme dann ein Sprung nach oben (3515), der insgesamt eine Trendwende einläutet (2035: 4551).

Bei den Realschulen sieht die Studie auch ohne einen solchen Sondereffekt ein Wachstum (2017: 2898, 2035: 3583). Die Zahlen zeigen zudem, dass Erding geradezu ein Realschul-Landkreis ist-. Mit 39,1 Prozent der Viertklässler war die Übertrittsquote 2016 die höchste in Oberbayern (Durchschnitt: 26,8 %). Das liege sicher auch an dem guten Angebot, das man hier habe, meinte der Landrat – mit drei unterschiedlichen Standorten und verschiedenen Trägern. Bei den Gymnasien lag die Quote bei 28,9 Prozent und damit knapp über dem oberbayerischen Schnitt (27,2 %). Wie sich das entwickelt, „hängt auch davon ab, wie das G 9 bei den Eltern ankommt“, erklärte Statistiker Rindsfüßer.

von Timo Aichele

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