Optisch zurückhaltend soll der Schulkindergarten neben der imposanten generalsanierten Grundschule am Grünen Markt wirken. Deshalb entschieden sich die Stadträte im Bauausschuss mehrheitlich für die Holzverkleidung mit sibirischer Lärche. Animation: architektenbüro Grotz

Schulkindergarten am Grünen Markt: Eine Holzfassade aus sibirischer Lärche

Erding - Der neue Schulkindergarten samt Mehrzweckraum direkt neben der generalsanierten Grundschule am Grünen Markt wird mit Holz verkleidet.

Das beschlossen die Stadträte im Bauausschuss nach eingehender Diskussion in ihrer Sitzung am Donnerstag. Mehrheitlich stimmten sie für sibirische Lärche. Die von Architekt und Stadtbaumeister vorgeschlagene Lasur lehnten sie ab.

Bevor Architekt Ralf Grotz die Details vorstellte, erhielt er schon ein Lob von Bürgermeister Max Gotz (CSU). „Wir sind sehr zufrieden, wie’s bisher gelaufen ist.“ Der Stadtchef meinte die gelungene Generalsanierung der Grundschule, die nicht nur im Rahmen der Kostenberechnung geblieben sei, sondern auf eine „tolle Resonanz in der Bürgerschaft“ stoße. „Das größte Los haben die Kinder gezogen, die im Panorama-Klassenzimmer unterrichtet werden“, so Gotz.

Neben dem exponierten Schulhaus soll sich der Schulkindergarten im Hintergrund halten, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Henrich. Deshalb, und auch wegen der Nähe zum naturnah gestalteten Pausenhof, schlage man eine Holzfassade aus sibirischer Lärche vor, die wegen des geometrischen Zuschnitts des Gebäudes horizontal verlegt wird. Zum Vergleich: Beim Kinderhaus Langengeisling, das an der Fehlbachstraße gebaut wird, hat man sich für eine senkrecht verlegte Holzfassade aus heimischer Lärche entschieden.

Gegen die Holzfassade am Schulkindergarten gab es grundsätzlich keine Einwände. Allerdings wollten sich die Stadträte nicht mit der Lasur anfreunden, die die Bildung der Patina laut Henrich um drei Jahre verzögere. „Einheimische Lärche braucht keine Lasur. Sie entwickelt eine natürliche Patina“, betonte Rainer Mehringer (UWE), auch Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Erding. Er plädierte für eine Hochgebirgslärche aus der Alpenregion, die ähnlich langsam wachse wie die sibirische. Schreinermeister Hubert Sandtner (CSU) pries dagegen die Vorzüge der sibirischen Lärche, die „eindeutig hochwertiger und nahezu astfrei ist“. Letztlich stimmte die Mehrheit für die sibirische Variante, die laut Architekt 60 Euro pro Quadratmeter kostet. 221 Quadratmeter werden benötigt (Gesamt: 13 260 Euro). Mehringer, seine Fraktionskollegin Johanna Heindl und Umweltreferent Herbert Maier (Grüne) hätten eine heimische Lärche bevorzugt.

Gemeinsam stimmten alle dann gegen die Lasur. Diese hätte nur Harry Seeholzer (Erding Jetzt) gefallen. (zie)

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