Einfach lutschen: Lolli-Tests sind für die Kinder sehr viel angenehmer.
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Einfach lutschen: Lolli-Tests sind für die Kinder sehr viel angenehmer.

Schulstart im Landkreis Erding

Auf die Lolli-Tests müssen die Grundschüler noch warten

  • VonTimo Aichele
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Zum Schulstart werden auch die Erdinger Grundschüler noch mit den bekannten Schnelltests auf das Corona-Virus getestet. Die Verfahren für die Anwendung der Lolli-Test müssen noch ausgearbeitet werden.

Erding – 30 Sekunden lutschen, dann ist der Lolli-Test fertig. So wird das ab dem neuen Schuljahr für Grundschüler ablaufen. „Das wird für die Kinder eine erhebliche Erleichterung werden“, ist der Erdinger Schulamtschef Robert Leiter überzeugt. Allerdings wird es noch ein paar Wochen dauern. Erst im Oktober werde das neue System fertig eingeführt sein. „Die Schnelltests finden übergangsweise noch Anwendung“, berichtet Leiter im Gespräch mit der Presse.

Die Informationslage dazu ist auch im Schulamt noch dünn. Das genaue Verfahren, wie im Landkreis Erding die Pool-Tests abgenommen, eingesammelt und zum Labor gebracht werden, wird derzeit ausgearbeitet. „Im Moment werden die Routen geprüft“, sagt Leiter.

Klar ist: Bei den PCR-Pool-Tests wird zunächst überprüft, ob in einer Gruppe, zum Beispiel Klasse, ein Corona-Test positiv ist. Wenn ja, kann das Labor unter den vorliegenden Speichelproben das infizierte Kind herausfiltern. Die Schulleiter erhalten das Ergebnis dann abends über ein Internetportal und können in der Folge die betroffenen Eltern informieren.

Grundsätzlich gilt die 3G-Regel: genesen, getestet oder geimpft. Durch flächendeckenden Präsenzunterricht werde es wieder mehr soziales Miteinander geben, erklärt der Schulamtsdirektor. „Wir hoffen, dass so in diesem Schuljahr wieder etwas Normalität an den Schulen einkehrt.“ An weiterführenden Schulen bleibt es bei den Selbsttests drei Mal pro Woche (siehe Artikel unten rechts).

Leiter hält die neuen Quarantäne-Regeln für gut. Bei einer Infektionen unter Mitschülern werde nicht die ganze Klasse in Quarantäne geschickt, „sondern ganz gezielt“. Wie viele und welche Personen genau, entscheide jeweils das Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung. „Wenn es Lüftungsgeräte im Klassenzimmer gibt, kann sogar ganz darauf verzichtet werden“, sagt der Schulamtsdirektor. Nach fünf Tagen kann man sich mit einem PCR-Test „freitesten“.

Zur Zahl der Lüftungsgeräte an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis lägen keine Zahlen vor, sagt Leiter. In ganz Oberbayern seien aber 7000 von 26 000 Klassenzimmern ausgestattet. „Dazu kommen aber Schulen, die große Lüftungsanlagen haben, wie in Oberding.“

Die allermeisten Lehrer an den Grund- und Mittelschulen seien geimpft, berichtet Leiter. „Ohne dass wir das abgefragt hätten, würde ich das auf 90 bis 95 Prozent der Lehrkräfte schätzen“, sagt der Schulamtschef. „Ich selbst bin überzeugt vom Impfen als dem sichersten Weg aus der Pandemie heraus. Und erfreulicherweise ist hier der Zuspruch bei den Kolleginnen und Kollegen extrem hoch.“ Wenn ein Mitarbeiter nicht geimpft sei, bestehe bei ihm analog zu den Vorgaben für die Schüler Testpflicht. So wird 3G an den Schulen umgesetzt.

Für schulische Veranstaltungen gebe es noch keine konkreten Bestimmungen, nur der erste Schultag sei per kultusministeriellem Schreiben bereits geregelt. Hier ist der Kreis der teilnehmenden Personen auf den engsten Familienkreis beschränkt.

„Leider hatten wir auch Corona-Fälle und sogar Long-Covid in der Lehrerschaft“ , berichtet Leiter. Das macht auch den Personaleinsatz nicht leichter. Unter den 651 Lehrkräften an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis seien bereits 35 der Mobilen Reserve zugeteilt, die für Langzeiterkrankte oder schwangere Kolleginnen einspringen. Gerade bei Letzteren sei Corona ein Problem. „Da gibt es sofort ein Betretungsverbot“, sagt Leiter. Die Lehrerinnen seien dann zunächst noch im Dienst, müssten aber außerhalb des Schulhauses eingesetzt werden.

„Jede Klasse ist versorgt“, erklärt Leiter zur Personalausstattung. Bei weiteren Erkrankungen in der Lehrerschaft „versuchen wir, neues Personal zu rekrutieren“, ob bei Pädagogen anderer Schularten, in der Elternzeit oder Lehramtsstudenten am Ende ihrer Ausbildung. Das habe bisher gut funktioniert.

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