Beraten rund um Schwangerschaft, Geburt, Kinderwunsch & Co: Doris Hofmann, Leiterin der Donum Vitae-Beratungsstelle Freising (M.), mit den Sozialpädagoginnen Marita Torkar (r.) und Stefanie Kellner, die in der Außensprechstunde Erding tätig sind. foto: macht

Beratung für Schwangere bei Donum Vitae

Schwanger: Was nun?

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Erding - Schwanger zu sein ist für die meisten Frauen ein Grund zur Freude. Andere stürzt diese Nachricht in ein Gefühlschaos und stellt sie vor viele Probleme. Die staatlich anerkannte Beratungsstelle Donum Vitae bietet Hilfe in dieser Situation – vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym.

In der Erdinger Außenstelle von Donum Vitae, die sich seit Oktober 2014 im Vita-Center am Schönen Turm befindet, stehen Leiterin Doris Hofmann und ihr Team schwangeren Frauen mit Rat zur Seite. „Unser Schwerpunkt ist die Schwangerenkonfliktberatung nach Paragraph 219 Strafgesetzbuch“, erklärt Hofmann. Wenn sich eine Frau innerhalb der ersten zwölf Wochen zum Schwangerschaftsabbruch entscheidet, ist sie gesetzlich zu einer Beratung verpflichtet. Donum Vitae darf die Bescheinigungen ausstellen, die für den Abbruch erforderlich sind.

„Natürlich versuchen wir, den Frauen Perspektiven für ein Leben mit Kind zu eröffnen“, sagt Hofmann. Denn Beratungsauftrag sei der Schutz des ungeborenen Lebens. Sehr oft gelinge es auch, eine werdende Mutter davon zu überzeugen, ihr Kind zu behalten. Letztlich liege die Entscheidung aber bei der Frau. Acht Schwangere haben sich im vergangenen Jahr zu diesem Thema an die Beratungsstelle gewandt.

Die meisten kamen aber wegen allgemeiner Schwangerenberatung (43) und nachgehender Betreuung ab der Geburt (59). Beraten wird bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Dabei geht es zum Beispiel um Betreuungsmöglichkeiten, die rechtliche Situation von Unverheirateten und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten.

Vermehrt kümmert sich Donum Vitae auch um ausländische Mitbürger. „Die Flüchtlingszahlen merken wir stark“, sagt Sozialpädagogin Marita Torkar. Nicht nur schwangere oder traumatisierte Asylbewerberinnen, sondern auch alleinstehende junge Männer sollen Hilfe bekommen. Dafür wird es ein Modellprojekt mit deutschlandweit 15 Planstellen geben. „Verhütung ist zum Beispiel ein großes Thema“, sagt Sozialpädagogin Stefanie Kellner. Derzeit versuche man, einen Finanzierungstopf zu finden, um sozial schwachen Frauen Verhütungsmittel zu ermöglichen.

Immer stärker gefordert sind die Beraterinnen auch wegen der Pränataldiagnostik. Eine Psychosoziale Beratung sei dabei unerlässlich. „Hier wünschen wir uns mehr Überweisungen und Zusammenarbeit mit Ärzten“, sagt Hofmann. 15 Frauen haben sich 2015 deswegen an Donum Vitae gewandt.

Dreimal haben die Expertinnen bei unerfülltem Kinderwunsch beraten. 15 Mal leisteten sie Trauerarbeit nach Fehl- oder Totgeburten sowie nach Schwangerschaftsabbrüchen. Psychische oder körperliche Überforderung sowie Zukunftsängste seien besonders oft die Gründe, warum Frauen einen Abbruch erwägen.

Daneben sind Sexualpädagogik an Schulen sowie Beratung bei Partnerschafts- und Familienproblemen wichtige Bereiche von Donum Vitae. Hoffmann: „Hier haben wir ein großes Netzwerk aufgebaut, dank dem wir auch an andere Stellen verweisen können.“ Nicht zuletzt würden auch vertrauliche und anonyme Geburten immer wichtiger. „Es ist natürlich ein großer Nachteil für das Kind, wenn es die Mutter anonym zur Welt bringt. Aber oft ist das die einzige Möglichkeit, um sich und das Kind zu schützen“, so Hofmann.

Die Expertinnen sind montags von 15 bis 19 Uhr und mittwochs von 8.30 bis 12 Uhr zu erreichen.

Infoabend

Sozialpädagogin Stefanie Kellner spricht am Montag, 7. März, um 18.30 Uhr über „Kindergeld, Elterngeld & Co.“ in den Räumen von Donum Vitae, Landshuter Straße 9, Erding. Anmeldung per E-Mail an freising@donum-vitae-bayern.de oder unter Tel. (0 81 61) 14 72 90. Internet: www.freising.donum-vitae-bayern.de.

Von Vroni Macht

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