Jubiläum im Mütterzentrum Erding

Seit 30 Jahren Treff abseits der Spielplätze

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Erding – Mit anderen Familien in Kontakt kommen, Erfahrungen austauschen und auch mal für ein, zwei Stunden ohne Kinder etwas erledigen: Im Mütterzentrum Erding ist das kein Problem – und zwar seit 30 Jahren.

Schon bei geschlossener Tür merkt und vor allem hört man: Hier wird nach Herzenslust getobt und gespielt. Im Mütterzentrum (MüZe) Erding rührt sich immer was. Seit 30 Jahren nutzen Familien die Angebote des Zentrums, das sich seit zehn Jahren an der Landshuter Straße 12 am Schönen Turm befindet, ein bisschen versteckt zwischen Tourist-Info im Erdgeschoss und Arztpraxis im zweiten Stock.

„Unser Verein bietet die Möglichkeit, mit anderen Familien in Kontakt zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und auch mal für ein paar Stunden ohne Kinder was zu erledigen“, erklärt Janine Cappai, die mit Sandra Bodemer, Petra Hadersbeck und Uli Magiera den Verein aktuell als gleichberechtigtes Vorstandsmitglied führt. „Ursprünglich war das Mütterzentrum als Treffpunkt für Frauen mit Kindern abseits der Spielplätze gedacht“, berichtet Cappai. Die Frauen können sich im geschützten Raum bei einem Kaffee austauschen, die Kinder toben, schreien und spielen, die Mamas ihre Babys ohne schiefe Blicke stillen.

Auf rund 175 Quadratmetern ist genug Platz für die verschiedenen Angebote. Bei den flinken Flitzern, so heißt die offene Krabbelgruppe für Kinder ab ungefähr einem Jahr, sind spontane Besucher immer willkommen. Der Vorkindergarten für Kinder ab zwei Jahren will kleine Menschen auf ihrem Weg zur Kindergartenreife begleiten und soziale Kompetenzen vermitteln. An zwei Vormittagen dürfen sie bei den Käferkindern und in der Bärchengruppe den Kindergartenalltag proben. In der festen Babygruppe kommen immer freitags schon die Allerkleinsten zusammen.

Daneben gibt es ein offenes Angebot für polnische Familien, aber auch Bürger mit spanischen oder japanischen Wurzeln treffen sich regelmäßig in den Räumen zum Kochen, Feiern oder Lernen. Die Integration von Familien, die neu in die Stadt oder den Landkreis gezogen sind, liegt dem MüZe besonders am Herzen.

Organisiert und verwaltet wird der gemeinnützige Verein, der aktuell etwa 100 Mitglieder zählt, ausschließlich von Ehrenamtlichen. Sie werden regelmäßig unter anderem in Sachen Hygiene und Erste Hilfe geschult. Das Zentrum Bayern Familie und Soziales fördert die Einrichtung. Sie finanziert sich zudem über Zuwendungen der Zollner-Leihfonds-Stiftung, Beiträge von Mitgliedern und aus den festen Gruppen, dem Cafébetrieb, Zuschüssen des Landkreises und Spenden wie beispielsweise von der Aktion Erbse des Fliegerhorsts.

Immer mehr Papas kommen ins MüZe

Derzeit sorgen etwa 25 Helferinnen dafür, dass das Mütterzentrum läuft. Einige davon sind selber Mamas in Elternzeit, aber auch ältere Damen helfen regelmäßig. „Eine Frau zum Beispiel kommt seit Jahren zu uns. Ihre Tochter war ebenfalls hier und inzwischen besucht uns schon ihre Enkeltochter mit ihren Kindern“, erzählt Hadersbeck, die selbst Mama ist. Ihre Kinder sind zwar inzwischen in der Schule, „aber ich engagiere mich weiter mit viel Herzblut“, sagt sie.

Und freilich kommen auch Papas in den offenen Treff ins Mütterzentrum, das seit 1998 als Träger der freien Jugendhilfe öffentlich anerkannt ist. „Es werden immer mehr Väter, die mit ihren Kindern vorbeischauen“, sagt Hadersbeck. Als Reaktion auf diesen Trend hätten viele Mitglieder im bayerischen Landesverband, zu dem auch die Einrichtung in Erding gehört, sich schon in „Familienzentrum“ umbenannt. „Wir haben das auch überlegt“, sagt Hadersbeck. Jedoch sei die Verwechslungsgefahr mit dem ,Zentrum der Familie’ zu groß. „Außerdem sind wir schon lange als Mütterzentrum etabliert.“

Vroni Macht

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