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„Selfies“: Unter diesem Thema steht die Jahresausstellung des Kunstvereins Erding im Frauenkircherl. Die Vernissage war sehr gut besucht.

Jahresausstellung des Kunstvereins Erding 

Selfies: „Ich mach’ es selber, also bin ich“

Erding – Selfies – mit dieser Art von Selbstporträts beschäftigt sich die bayernweit ausgeschriebene Jahresausstellung des Kunstvereins Erding im Frauenkircherl. Am Freitagabend fand die sehr gut besuchte Vernissage statt.

Die Laudatio hielt Peter B. Heim. Sein Manuskript deponierte er auf einem „Selfie für Schreibende“ – einem Notenständer. „Ich mach’ es selber, also bin ich“, fasste Heim „die wichtigste Botschaft“ von Selfies zusammen. Die Ausstellung widme sich dem gesellschaftlichen Phänomen dieser Selbstdarstellung.

„Wie vielschichtig diese Auseinandersetzung ist, das spiegelt die Tatsache, dass hier keine kohärente Linie vorherrscht, sondern eine geradezu fröhliche Vielfalt.“ Das entspreche „gänzlich dem Wesen des Selfies“. Ob ironische Ich-Suche, witzige Selbstinszenierung, abstrakte Selbstreflexion oder eigenwillige Porträtbilder, der Betrachter begegnet in der Ausstellung den verschiedensten Selfies. Auch die gewählten Techniken sind vielfältig: Fotografie, Malerei, Mischtechnik, Bodyprint und figurative Gestaltung. 28 Künstlerinnen und Künstler haben sich mit der Thematik beschäftigt.

Oberbürgermeister Max Gotz ging in seiner Begrüßung auf die Kunst im öffentlichen Raum ein. „Die Stadt braucht Kunst und Kultur.“ Gotz sprach die lebendige Prozesshaftigkeit an, die sich im Schaffen, aber auch in der Betrachtung der Werke entwickle. „Ich freue mich auf eine weitere Zusammenarbeit“, richtete sich der OB an die Mitglieder des Kunstvereins mit seiner Vorsitzenden Sigrid Réssy. Der Verein bekommt im historischen Gebäude Am Rätschenbach 12, das gerade aufwändig generalsaniert wird, eigene Räumlichkeiten.

Mit Blick auf die musikalische Gestaltung des Abends von Maria Vinuesa (Gesang) und Manu Maniak (Gitarre) wünschte sich Gotz, dass wie in den Liedern „die Sonne von Spanien und Südamerika auch zu uns rüberblinzelt“ und dass viele Besucher den Weg ins Frauenkircherl finden mögen.

Der schöne Göttersohn Narziss hat sich auf sein „Selfie“ rettungslos fixiert und in der reinen Selbstbespiegelung verloren – die Werke der Ausstellung laden hingegen zum Dialog ein, sind auf Kommunikation ausgerichtet. Der von der Sparkasse Erding-Dorfen gespendete und mit 500 Euro dotierte Kunstpreis geht heuer an Eva Lucie Triftshäuser, deren Arbeit „Me, Myself and I“ die Jury ausgewählt hatte (Bericht folgt).

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 21. August, täglich von 13 bis 19 Uhr im Frauenkircherl zu sehen. Der handliche, sorgfältig gestaltete Katalog zur Jahresausstellung trägt die unverwechselbare Handschrift des Erdinger Grafikers Michael Lang.

Vroni Vogel

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