Kofi Annan ist gestorben

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Facebook-Posts von Politikern aus dem Landkreis: CSU-Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf zeigt auch private Bilder - zum Beispiel ihre Maibaumtour nach Tittenkofen.

Serie: Digitalisierung

Politik und Facebook: Geht’s noch ohne?

Donald Trump tut es, Helga Stieglmeier auch. Max Gotz ist dagegen nicht in sozialen Netzwerken aktiv. Die meisten Politiker nutzen aber mittlerweile Facebook & Co., um eine Fangemeinde aufzubauen und Themen zu setzen.

Landkreis – Facebook ist als Datenkrake umstritten und trotzdem nutzen es zwei Milliarden Menschen weltweit – auch für politische Ziele. Erdings Landrat Martin Bayerstorfer und CSU-Oberbürgermeister Max Gotz (55) gehören nicht dazu. „Weil ich keine Meinungsplattform mag, in der hemmungslos und ohne Schutz herumgeschimpft wird“, sagt Gotz. „Mir geht’s auch ohne recht gut.“ Andere Politiker sehen das Medium als große Chance, wie die ehemalige Umweltministerin und Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf (50).

Ob der Facebook-Auftritt der CSU-Politikerin wieder zu einem Ministeramt verhelfen wird? Das glaubt die Maria Thalheimerin nicht – aber: „Facebook dient dazu, direkt mit den Menschen zu kommunizieren und Stimmungen einzufangen.“ 11 572 Personen „gefällt“ ihre Facebook-Seite. Das heißt, sie haben sie mit einem Like-Daumen bewertet. Für Facebook ist das ein Zeichen, dass diese Nutzer an den Posts von Scharf interessiert sind, und das Netzwerk zeigt den Scharf-Fans automatisch Posts an.

Die 50-Jährige veröffentlicht dort unter anderem Fotos von sich auf dem Roller beim Maibaumfest in Tittenkofen, vom Feuerwehr-Jubiläum in Wartenberg oder ihrem Wanderurlaub in Südtirol, denn Scharf sagt: „Die Facebook-User interessiert neben dem Politischen eben auch das Private sehr.“ Den größten Teil veröffentliche sie selbst auf Facebook, aber: „Wenn es aus terminlichen Gründen nicht klappt, dann machen das meine Mitarbeiter in meinem Büro für mich.“ Ihr Fazit: Politiker sollten Facebook nutzen, denn: „Es bietet die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit den Wählern zu treten.“

Thomas Schreder postet Bilder von der Kitzrettung, Zeitungsartikel, in denen er genannt wird, Fotos von sich auf dem Podium des Fischereiverbandes – Privates findet sich quasi nicht auf seinem Profil. Schreder ist Vorsitzender des Erdinger Kreisjagdverbandes, CSU-Kreis- und Stadtrat in Erding sowie Listenkandidat für die Landtagswahl. Ob ihm Facebook dabei helfen wird? „Das bezweifle ich. Es schadet aber auch nicht, dort präsent zu sein, weil sich immer mehr Menschen Informationen über diese Medien holen“, sagt er.

Nur online präsent zu sein, reiche nicht, ist der 52-Jährige überzeugt. „Ich glaube, im Wahlkampf muss man in erster Linie zum Anfassen für den Wähler sein.“ Das heiße: Veranstaltungen besuchen, Themen setzen. Aber: „Die digitale Präsenz auf Homepages und in den sozialen Medien wird immer wichtiger.“

Die Erdinger Grünen-Kreis- und Stadträtin Helga Stieglmeier (62) sieht das ähnlich: „Man hat auf Facebook einfach die Möglichkeit, Themen intensiver zu setzen.“ Sie kümmert sich um die Seite der Erdinger Grünen mit 280 Likes und die Seite „Keine Dritte Startbahn“ mit 3886 „Gefällt mir“-Angaben.

„Facebook ist eine gute Möglichkeit, politische Positionen noch einmal zu erklären“, sagt Stieglmeier. In der Presse würden die Diskussionen im Stadt- oder Kreisrat ja nicht haarklein dargestellt. „Facebook frisst aber auch viel Zeit“, meint Stieglmeier. Mit dem Smartphone sei sie quasi ständig online. Sogar aus ihrem Korsika-Urlaub hat sie eine Veranstaltung zum „Münchner Bürgerentscheid gegen eine 3. Startbahn“ am 17. Juni geteilt. Und trotzdem: „Ich glaube schon, dass es genügend Politiker gibt, die kein Facebook haben und trotzdem gute Arbeit leisten.“

OB Gotz und Landrat Bayerstorfer würden das für sich mit Sicherheit unterschreiben. Sie setzen auf persönliche Kontakte und öffentliche Reden – davon kann ein Mitarbeiter ja immer noch ein Facebook-Video machen.

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