Kommende Woche beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Kinderschänder. Der Mann sitzt in U-Haft.

Sexueller Missbrauch: Erzieher in Traunstein vor Gericht

Dachau/Erding - Überraschend schnell wird einem Erzieher der Prozess gemacht, dem mehrfacher sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Der 31-Jährige war auch bei der Arbeiterwohlfahrt Dachau beschäftigt.

Der Mann soll während einer Pfingstferienfahrt eines Kinderhauses der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Erding einen Buben sexuell missbraucht haben (wir berichteten). Jetzt stellt sich heraus: Es war nicht dieser Fall, der die Ermittlungen ins Rollen brachte. Mindestens vier Fälle von sexuellem Missbrauch wirft die Staatsanwaltschaft Traunstein dem Mann vor.

Der Erzieher soll vor Jahren seine beiden jüngeren Brüder sexuell bedrängt haben. Erst 2010 offenbarten sich die Geschwister ihrer Mutter. Die Familie erstattete Anzeige.

Bei der Bearbeitung kam heraus, dass der 31-Jährige ein Hortkind aus Altenerding sexuell missbraucht haben soll. Später meldete sich eine weitere Familie, deren Kind von dem Erzieher 2009 genötigt worden sein soll, angeblich ebenfalls während einer Ferienfahrt.

Der Prozess findet kommende Woche am Amtsgericht Traunstein statt. Da es sich um eine Jugendschutzsache handelt, wird der Fall vor dem Jugendschöffengericht verhandelt. Der Prozess ist öffentlich. Es ist lediglich ein Verhandlungstag angesetzt, so ein Justizsprecher. Der Angeklagte habe ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das heißt: Den jungen Opfern dürfte eine erneute Befragung erspart bleiben.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls bei der Arbeiterwohlfahrt in Altenerding begab sich der Erzieher selbst in ein Bezirkskrankenhaus. Mittlerweile befindet er sich allerdings in Untersuchungshaft.

Die AWO Erding hat sich im Sommer sofort nach der vorläufigen Festnahme von ihrem Mitarbeiter getrennt.

Zuvor war der Mann beim AWO-Kreisverband Dachau beschäftigt. Missbrauchsfälle wurden nicht bekannt. Er sei nicht auffällig geworden, sagte der Dachauer AWO-Kreisvorsitzende Oskar Krahmer. Weil die Familie in der Nähe von Traunstein lebt und dort die ersten beiden Taten angezeigt wurden, findet der Prozess in Laufen statt. (mm)

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