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Noch eine Vision ist der Lab Campus am Flughafen, das Silicon Valley des Erdinger Moos

Silicon Valley im Erdinger Moos

Lab Campus: Mittelstand will mitverdienen

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 Die Wirtschaftsregion München zählt zu den attraktivsten in ganz Europa. Deswegen reißt der Zuzug von Firmen und mit ihnen Menschen nicht ab. Dieses Potenzial nutzen will die Flughafen München Gesellschaft (FMG) mit ihrem Hochtechnologie- und Innovationsstandort Lab Campus.

Flughafen/Erding – Dem wird entlang der Zentralallee im Westen des Flughafens gerade der Boden bereitet.

Das Umland verfolgt die Entwicklung mit gemischten bis ablehnenden Gefühlen. Beide Seiten brachte nun die Erdinger CSU-Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf zusammen. Sie lud Lab-Campus-Geschäftsführer Marc Wagener nach Erding ein. In die Stadt, in der Wagener ein Jahr nach seiner Ankunft am Moos-Flughafen nun auch zu Hause ist.

Die frühere Umweltministerin betonte, dass die Region bezüglich Wohnraum, Straße und Schiene „unter enormem Druck“ stehe. Allerdings sollten der heimische Mittelstand und das Handwerk die Chance nutzen, am Lab Campus zu partizipieren.

Wagener vertrat im Erdinger Weißbräu die These, dass sich die Ansiedelung neuer Firmen nur schwer steuern lasse. „Dafür ist der Großraum München zu attraktiv, sie werden also kommen.“ Am Flughafen sei ausreichend Platz vorhanden. Hinzu komme, dass die FMG-Tochter Lab Campus der öffentlichen Hand gehöre. „Es ist besser, die Entwicklung des Standorts bei ihr zu belassen“, so Wagener. Er versicherte aber, dass für Aufbau und Betrieb des Lab Campus keine Steuergelder flössen.

„Die Digitalisierung bringt derzeit enorme Veränderungen mit sich, Triebfedern sind Konzerne wie Google oder Amazon.“ Wagener sprach sich dafür aus, dass die bayerische Wirtschaft hier mithalten müsse. „Am Lab Campus bieten wir dafür die Voraussetzungen. Wir wollen den Unternehmen helfen, besser zu innovieren.“

Der Lab Campus werde aus vier Sektoren bestehen. Die Entwicklung beginnt laut Wagener derzeit ganz im Westen mit dem Bau zweier großer Gebäude. Unter anderem werde hier die Airport Academy der FMG einziehen. Im Endausbau sollen es 500 000 Quadratmeter Bürofläche sein. Wagener sprach von einem „urbanen städtebaulichen Konzept“. So werde es eine Kindertagesstätte, Begegnungsflächen und Räume für Abendveranstaltungen oder Präsentationen geben. Wagener appellierte an die heimische Wirtschaft, diese Chancen zu nutzen.

Der Geschäftsführer betonte, der Lab Campus sei keine Konkurrenz etwa zu den Gewerbegebieten im Umland. Die FMG stelle Flächen zur Verfügung, damit diese teilweise nur temporär von Firmen mit Kunden genutzt werden, die nach der Landung sofort ihre Tätigkeit aufnehmen wollen.

Ein Besucher fragte, ob auch Wohnraum geschaffen werde, weil sonst der Druck noch weiter steige. FMG-Regionalbeauftragter Jochen Flinner erinnerte an das Engagement des Flughafens in dieser Richtung (wir berichteten). Bis Mitte des Jahres stünden 600 Betten in verschiedenen Quartieren in mehreren Gemeinden zur Verfügung. Flinner stellte klar: „Es könnten noch mehr sein, aber die Zusammenarbeit mit den Rathäusern gestaltet sich oft gar nicht so einfach.“

Eine Vertreterin der Unternehmerfrauen im Handwerk erklärte, die Betriebe würden gern von der Entwicklung profitieren, kämen aber nur selten zum Zug – „und dann meist nur zu Reparaturarbeiten“. Flinner erwiderte, man gestalte Ausschreibungen oft so, dass auch das Handwerk eine Chance habe. „Viele Angebote bekommen wir aber nicht, vermutlich weil die Auftragsbücher voll sind.“

Voll hinter den Lab Campus stellte sich der Dorfener Bauträger Robert Decker. Die Wirtschaft organisiere sich zunehmend in Clustern, hier wird ein sehr attraktives geschaffen. „Da wird über den Tellerrand geschaut.“

Anderer Meinung war Erdings Sparkassenchef Joachim Sommer. Er kritisierte, dass ein öffentliches Unternehmen eine Milliarden-Investition tätige, während bei der Infrastruktur kaum etwas vorangehe. Wagener erwiderte: „Die Probleme voller Straßen und teurer Wohnungen hat jede Boomregion.“

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