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Großartiges Konzert in liebevoll gestaltetem Ambiente: Der Singkreis St. Vinzenz unter der Leitung von Robert Grüner feierte am Sonntag einen großartigen Erfolg. 

Singkreis St. Vinzenz 

Barocke Pracht aus London

Erding – London stand am Sonntag musikalisch im Mittelpunkt der Konzertreihe des Sinkreises St. Vinzenz, die schon durch mehrer europäische Metropolen führte.

Auf den Tischen lagen englische Fähnchen, und aus den großen Thermoskannen floss Tee. Shortbread und jene Leckerei, die sich nach einer abendlichen Uhrzeit benennt (After Eight), machten das Ambiente komplett: Der Singkreis St. Vinzenz unter der Leitung von Robert Grüner wollte die britische Hauptstadt musikalisch in den Mittelpunkt rücken im Rahmen der Konzertreihe, die Sänger und Gäste schon durch andere Städte geführt hatte. „Rechtzeitig vor dem Brexit“, wie Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hubert Daimer witzelte.

Andere Kulturschaffende wären froh, wenn sie so viele Gäste hätten, wie am vergangenen Sonntag noch Stühle zusätzlich in den Saal geschafft werden mussten, um allen zu einer Sitzgelegenheit zu verhelfen.

Chor und Orchester aber schienen, einmal in Fahrt gekommen, fast nicht zu bremsen. Hier fiel unter anderem Martin Ulrich (Bass) auf, der nicht nur sang, sondern spielte, operngleich. Die übrigen nicht minder, und zwar bis hin zu angedeuteten Raufereien. Den armen sturzbetrunkenen Poeten aus Henry Purcells „The Fairy Queen“ nahm man ihm jedenfalls sofort ab. Dass der Chor auch ohne orchestrale Begleitung auskommt, stellte er gleich zu Beginn mit „Mass For Five Voices“ von William Byrd unter Beweis.

„Barocke Prachtentfaltung in London“ hatte Grüner das Konzert überschrieben, aber bis zur wahren Pracht musste sich das Publikum noch gedulden, denn das großartige Konzert begann mit leisen Tönen bescheiden. Schon die Instrumentierung in den Eingangsstücken mit Cembalo, Geige und Basso continuo machte das deutlich.

Das disziplinierte Publikum sorgte dafür, dass jeder Ton auch wirklich bis hinten durchdrang. Prachtentfaltung geht nur in entsprechenden Räumen, und so kam Bewegung in die Sache, als alle zum zweiten Teil nach der Pause in die Kirche nebenan wechselten. Hier kam jener Wahl-Londoner voll zur Geltung, ohne den ein solches Konzert fast nicht denkbar wäre: Georg Friedrich Händel, der in seinen späteren Jahren große Kirchenwerke geschrieben hat, darunter eben auch das berühmte „Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“ – Höhepunkt und Abschluss des Programms, mit dem alle über sich selbst hinaus wuchsen und den Nachhall in dem Gotteshaus voll ausnutzen konnten. Auch thematisch gehörte dieses nur etwa vier Minuten dauernde und doch gewaltige Werk hierher.

Klaus Kuhn

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