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Sieben Meter hoher Morgengruß: der „Morning Man“ von Harry S.

Fest für Genossenschaftsgründer 

Skulptur könnte polarisieren: Der blaue Blickfang

Er ist knapp sieben Meter groß, in kräftigem Blau gehalten und ziert den Vorplatz der Raiffeisenbank Erding: der Morning Man.

Altenerding – So heißt die Figur, die Harry S. aus einem Eschenstamm angefertigt hat. Zusammen mit den fünf Porträts, die Raiffeisen-Gründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen, verschmelzen die Objekte zu einem Gesamtkunstwerk. Mit einem Festakt wurde die Skulptur anlässlich des 200. Geburtstag von Raiffeisen am Mittwoch eingeweiht.

Seeholzer: „Man polarisiert als Künstler“

Dass diese Darstellung umstritten sein wird, darüber sind sich Harry S. und Vorstandsvorsitzender Christian Berther im Klaren. In den sozialen Netzwerken habe es vorab schon Kritik gegeben. „Man polarisiert als Künstler“, sagte Seeholzer zu den ersten Facebook-Einträgen. Er frage sich aber manchmal, mit welchem Teil des Gehirns die Menschen arbeiten, wenn sie etwas beurteilen. Den geladenen Gästen aber gefiel, was sie sahen.

Was symbolisiert der Morning Man?

„Es ist ein mit beiden Händen winkender Mann, der die Leute hier in der Bank willkommen heißt. Er lädt sie ein, die Bank zu betreten“, beschreibt Künstler Seeholzer seinen „Morning Man“, den er als Leihgabe der Bank überlässt. Inspiriert wurde Seeholzer durch einen Amerikaner, der am Strand mit erhobenen Händen die Menschen begrüßt.

Das Blau symbolisiert zum einen die Hauptfarbe der Bank und zum anderen das Sacré Bleu der Renaissance. „Die Heilige Familie wurde damals in Blau gemalt“, so Seeholzer. Und: Mehrere Schichten Tusche wurden auf weißem Hintergrund lasiert, um der 1,5 Tonnen schweren Skulptur ihre Farbe zu geben.

Zu sehen sind außerdem fünf Darstellungen Friedrich Wilhelm Raiffeisens. „Es sind verschiedene Blickwinkel mit vielen Gesichtszügen, wie man einen Menschen darstellen kann“, erklärte der Künstler. Dabei dominiert die Farbe Orange. Die Bilder entstanden in Acryl auf Leinwand, wurden auf einen Großscanner projiziert und auf Hinterglas gedruckt. 

Beide Werke bilden das Kunstwerk, „die Verbindung ist die Farbe“, so der Kulturpreisträger. „Es war eine meiner schwierigsten Arbeiten“, sagt Seeholzer.

Ein Jahr hat Seeholzer an diesen Werken gearbeitet. Ins rechte Licht werden die Objekte durch die passende LED-Beleuchtung gerückt. Das Holz stammt übrigens aus einem Wald in Altfraunhofen (Landkreis Landshut).

Eine 3000-Euro-Spende überreichte Vorstandsvorsitzender Christian Berther (r.) an (v. l.) Dr. Johannes Schollen und Burkhard Köppen vom Hospizverein Erding. Schirmherrin Ulrike Scharf gratulierte. Foto: Oldach

Die Kunstwerk-Einweihung bildete den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen der 200. Geburtstag Raiffeisens gefeiert werden soll. Sein Credo „Was einer nicht schafft, schaffen viele“, steht immer im Mittelpunkt. „Genossenschaftlich denken, heißt auch solidarisch handeln“, hatte Schirmherrin Ulrike Scharf betont. Für die jungen Gäste wird es eine eigene Membercard-Party geben.

An die Kindergärten im Einzugsgebiet werden Pixi-Bücher über das Leben des Genossenschaftsgründers verteilt. Die musikalische Umrahmung der Einweihung hatten die Stadtkapelle Erding und die Haindl-Geiger übernommen. Die Lacher hatte Kabarettist Julian Wittmann aus Lengdorf auf seiner Seite. Daniela Oldach

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