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So könnte das neue Rathaus von Erding (rot) aussehen.

Zeitgemäß, aber nicht aufdringlich

So soll das neue Erdinger Rathaus aussehen

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Wer ab 2020 in Erding standesamtlich heiratet, gibt sich vor der Kulisse der Altstadt das Jawort. Ein Erker aus Glas ist eine architektonische Besonderheit der Fassade des neuen Rathauses. Ansonsten soll der Neubau bewusst nicht auffallen. Der Architektenwettbewerb ist entschieden.

Erding - Seit ein paar Wochen klafft in der Erdinger Innenstadt eine große Lücke. Bagger haben das Anwesen Landshuter Straße 4 – direkt gegenüber des Rathauses – abgerissen. Doch diese Wunde wird rasch verheilen, hier entsteht das neue Rathaus. Es soll den aus allen Nähten platzenden Grafenstock entlasten. Nun steht fest, wie die Fassade aussehen wird.

Fünf Büros haben sich an dem Wettbewerb beteiligt, seit Mittwoch liegt das Ergebnis vor, gestern wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Credo: Die neue Verwaltung soll möglichst nicht auffallen, sondern sich in die Häuserzeile mit den markanten Nachbarn Heiliggeist-Kirche, Schöner Turm und altem Rathaus einfügen.

Der Altbau ist im Frühjahr abgerissen worden.

Das Büro Diezinger Architekten aus Eichstätt hat die Jury aus Vertretern des Stadtrats, des Städtetags und des Denkmalschutzes am stärksten überzeugt. Das Büro verfügt nach Angaben von Oberbürgermeister Max Gotz über reichlich Erfahrungen mit Neubauten in Altstädten. Unter anderem haben die Eichstätter Planer das Historische Museum in Frankfurt, das Heilig Geist Spital in Eichstätt, die Villa Remy in Konstanz sowie die Realschulen Dachau und Eching entworfen.

Norbert Diezinger stellte die Fassade mit einem Sockel und drei Obergeschossen vor. Er beschrieb die Nordansicht als „zeitgemäß, aber nicht aufdringlich“. Markant sind vor allem zwei Details: der eingeschnittene Eingang sowie der große, ganz in Glas gehaltene Erker im ersten Stock, wo der Trausaal eingerichtet wird. Wer sich hier die Ehe verspricht, tut das mit einem ungestörten Rundumblick auf die Altstadt. Modern sind auch die Fenster mit je einem nach außen und einem nach innen tretenden Flügel. Einerseits ermöglichen sie ebenfalls einen guten Blick auf die Straße und spiegeln das Stadtbild wieder, andererseits lassen sie sich unauffällig öffnen. Weil es sich um eine Nordfassade handelt, bedarf es keines außen angebrachten Sonnenschutzes.

Den Siegerentwurf stellten Stadtbaumeister Sebastian Henrich, die Architekten Norbert Diezinger und Armand Kühne sowie OB Max Gotz (v. l.) vor.

Stadtbaumeister Sebastian Henrich betonte, man habe sich bewusst für eine Fassade entschieden, die keinen neuen Blickfang darstellt, sondern das Ensemble vervollständigt. Im Entwurf ist das Gebäude in roter Farbe. Henrich betonte aber: „Darüber ist noch nicht entschieden.“ Gotz versprach, „dass es ein kräftiger Ton sein wird“.

Das hat historische Gründe: „1920 war Erding wegen seiner farblich intensiven Fassaden ein viel gelobtes Musterbeispiel auf der Kunstakademie in Berlin. Wir können uns das leisten, wir sind keine Residenzstadt“, so der OB.

Geplant wird das neue Rathaus vom Büro Walbrunn aus Emling, das sich ebenfalls am Fassadenwettbewerb beteiligt hatte. Wie der Neubau insgesamt aussehen wird, ist nach den Worten Henrichs noch offen. Daher könne man noch nichts zu den Kosten und zur Raumaufteilung sagen. Herauskristallisiert hat sich laut Gotz jedoch, dass das Standesamt, die Kämmerei und das Einwohnermeldeamt an die dann barrierefreie Landshuter Straße 4 umziehen werden.

Auch wenn es noch keinen konkreten Zeitplan gibt, Gotz macht Druck: „Wir brauchen die Räumlichkeiten dringend. Die bestehenden Verhältnisse sind völlig unzureichend.“ Er rechnet mit einer Fertigstellung Ende 2019.

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