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Mit einem Scherenschnitt eröffneten (v. l.) OB Max Gotz, Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger und Museumsleiter Harald Krause die Sonderausstellung „Unser schöner Turm“ im Museum Erding.

Sonderausstellung im Museum Erding  

Der Schöne Turm in all seinen Facetten

Ein voller Erfolg war die Sonderausstellung über den schönen Turm im Museum in Erding.

Erding – Jetzt fehlt nur noch ein Tattoo, das den Schönen Turm in Erding zeigt. Für das Foto eines solchen Körperschmucks würde das Team, das die Sonderausstellung zu der am meist fotografierten Sehenswürdigkeit der Herzogstadt zusammengestellt hat, die Vitrinen sogar wieder öffnen. Museumsleiter Harald Krause machte jedenfalls bei der ausgezeichnet besuchten Eröffnung der Sonderausstellung am vergangenen Freitag im Foyer des Museums deutlich, dass ein Tattoo das einzige sei, was man zu dem stadtbildbeherrschenden Bauwerk noch nicht gefunden habe.

Dafür weiß man spätestens jetzt, dass für die Schindeleindeckung der Kuppel 20 000 Nägel gebraucht wurden und, dass das ursprüngliche Dach des Turmes den brandschatzenden Schweden im Dreißigjährigen Krieg zum Opfer gefallen ist. „Es gibt einen schiefen Turm, und es gibt einen Schönen Turm“, formulierte Krause.

Für die Sonderschau fand der Museumsleiter regelrecht philosophische Worte, als er mit den Betonungen des Titels „Unser Schöner Turm“ spielte. So sinnierte er auch über die Frage, warum es der Stadtturm, der doch höher sei als der Schöne Turm, es „nicht geschafft“ habe. Eine Antwort fand er nicht.

Oberbürgermeister Max Gotz nannte es „eine schöne Idee, dieses Wahrzeichen in den Mittelpunkt zu rücken“. Er war es auch, der daran erinnerte, dass es in den 60er Jahren tatsächlich den Antrag gegeben hatte, den Turm als Verkehrshindernis abzubrechen. „Man mag es sich gar nicht vorstellen“, so der OB, der leidenschaftlich für einen „sinnvollen Denkmalschutz“ warb.

Dass sich täglich 10 500 Autos durch die Toröffnung zwängen, wurde bei der Gelegenheit auch zum Thema. Das zeigte Rolf Bökers Fotodokumentation, für die er drei Mal 24 Stunden lang alle 16 Sekunden ein Foto vom Stadtturm aus gemacht hatte. Die aufwendig gestaltete Animation von Thomas Schöberl darf als Videokunst durchgehen.

Kunst gibt es in einer ergänzenden Ausstellung am Sonntag, 20. Mai, im Museum Franz-Xaver Stahl, für die dessen Leiterin Heike Schmidt-Kronseder gesorgt hat: „Mit Pinsel und Palette“ geht es ab 14 Uhr dort auch um dieses Bauwerk.

Die große Sonderausstellung im Museum Erding stelle auch eine Einladung an Schulklassen dar, sagte Gotz. Krause vergaß niemanden, der an ihrem Gelingen Anteil hatte. Darunter ist auch Archivar Markus Hiermer, der „wöchentlich Akten zu uns rüber geschaufelt hat“. Dankesworte gingen auch an Praktikantin Jenny-Isabelle Constantin, eine der fleißigsten im Team, wie Gotz herausstellte. Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger gehörte genauso zum Team wie die acht Ehrenamtlichen, die er ebenfalls erwähnte Wilhelm Wagner, Paul Adelsberger, Helmut Szill, Werner Arndt, Susanne Mörth, Rolf Böker, Alexander Scheufeler und Julia Kissner.

Einen Publikumserfolg feierten aber noch zwei andere an diesem Abend: Michaela Bauer aus Erding und Markus Renhart, Wahl-Deggendorfer aus Österreich. Sie bilden den „Bayerisch-österreichischen Feinklang“, und dieser Name war Programm. klaus kuhn

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