Open Airding: Sonne, Stimmung und viel gute Musik

Altenerding - Bei Sonnenschein und mitreißenden Beats feierten rund 550 Musikfans am Samstag beim Open Airding. Namhafte Bands und Newcomer aus der Region sorgten für Stimmung.

Seit Monaten hatten sich die Leiter der Erdinger Jugendzentren, Uli Hofstaller und Lars Müller, mit ihren rund 20 Helfern auf das Open Airding vorbereitet, hatten geplant, organisiert und das Gelände am Sepp-Brenninger-Stadion in Altenerding seit Mittwoch in eine Festival-Area verwandelt. Für ihre Mühen wurden sie am Samstag mit Sonnenschein und zufriedenen Gästen belohnt.

Open Airding: Bilder vom Festival

Open Airding: Bilder vom Festival

Erstmal wurde das Open Airding heuer mit einem Skatecontest eröffnet. Die Anlage war im November fertig gestellt worden und wurde nun feierlich eingeweiht. Rund 30 Skater, BMX-Fahrer und Mountainbiker traten in verschiedenen Gruppen gegeneinander an. Das lockte so viele Zuschauer an, dass die Auftritte von Sounds in the alley und Cold Silence fast ein bisschen untergingen. Dabei waren die beiden Gewinner des Erdinger Bandcontests hörenswert. Sounds in the alley aus dem südlichen Landkreis lieferten soliden Rock, steigerten sich immer mehr und sorgten, obwohl sie als Erstes auftraten, für ausgelassene Stimmung. Cold Silence hielt mit Metal-Core, was der Name verspricht. Manch einer mag es als Gegröle empfunden haben, doch kamen an diesem Tag Fans jeder Musikrichtung auf ihre Kosten.

Raggabund aus München holten die Leute mit „Wegen Euch sind wir hier“-Rufen an den Bühnenrand. Mit einer Mischung aus Reggae, Punk und Hip Hop mit lateinamerikanischen Einflüssen brachten sie überwiegend die Mädchen vor der Bühne zum Tanzen. Zudem fielen sie mit ihren politischen und sozialkritischen Texten beispielsweise über das Weltwirtschaftssystem, das einer Krake gleicht, „die alles verschlingt“, auf. Und sie stellten zufrieden fest: „Open Airding ist aufgewacht“.

The Backs, die ursprünglich aus Erding stammen, machten sehr schnell deutlich: Indie kommt an im Landkreis, und auch Mega! Mega! heizten dem Publikum mit schnellem, lauten Indie-Rock ein. Ihre einfachen Texte wie „Mit meiner Monatskarte kann ich dich heut mitnehmen“ ließen das Publikum mitsingen.

Auf Main Concept hatten viele, vor allem die Älteren, gewartet. David P. rappte in gewohnter Manier kritisch über die Illusion Demokratie, über Revolution und über die Menschen, die ihre Missgunst hässlich macht. Dabei griff er aber nicht oft auf sein großes Texte-Repertoire zurück, sondern bot den Fans Freestyle vom Feinsten. Sonderapplaus erntete auch DJ Explizit.

Aus Wien waren die drei Musiker von Gudrun von Laxenburg angereist. Sie produzieren derzeit ihr erstes Album, „unser Fokus liegt aber auf der Bühnenshow“, meint Drummer July Skone. Und das merkte man. In weißen Anzügen mit LED-Beleuchtung sorgten sie im Schwarzlicht für eine einzigartige Show. Das Licht war auf die Elektro-Musik mit harten Beats abgestimmt. Live drums und zwei Synthesizer - eine Kombination, die man selten auf Open Air-Bühnen findet. Dabei verarbeiteten sie Songs wie „Push the feeling on“ und „Put your hands up for Detroit“. Und es passierte das, was sich die Österreicher davor hinter der Bühne gewünscht hatten: „Wir hoffen, dass das Publikum auszuckt.“

Hofstaller ist glücklich: „Wir haben super Rückmeldung von den Bands, von den Zuschauern, aber auch von den Sanitätern bekommen.“ Die mussten lediglich während des Skatcontests Pflaster verteilen, und den einen oder anderen mit Sonnenstich verarzten.

Auch das Rahmenprogramm kam gut an. Zwei Mitarbeiter der „Clowns ohne Grenzen“ sorgten für Lacher, Freiwillige vom TSV Erding gaben an der Slackline Hilfestellung. Am Boulderblock konnten sich Jung und Alt austoben. Schade war nur, dass sich das Publikum sehr verlaufen hat. Denn trotz guter Zuschauerbilanz wäre noch Platz für mehr gewesen.

Andrea Wengel

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