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Über das Geschäftsjahr 2017 berichtete der Vorstand mit Michael Utschneider, Joachim Sommer und Ulrich Sengle (v. l.). 

Sparkasse Erding-Dorfen 

Das Handy als Bankfiliale

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Zehn Jahre nach der Finanzmarktkrise und mitten in der Nullzinsphase konnte sich die Sparkasse Erding-Dorfen trotz schwieriger Umstände 2017 gut behaupten. Heuer wird die Digitalisierung einen großen Sprung machen. Sämtliche Bankgeschäfte sind bald per Handy möglich.

Erding – Im Jahr zwei nach dem Einbruch des Bilanzgewinns konnte die Sparkasse Erding-Dorfen 2017 wieder ein signifikantes Plus einfahren. Das bezifferte ein insgesamt zufriedener Vorstandsvorsitzender Joachim Sommer am Freitag in der Jahrespressekonferenz mit vier Millionen Euro, eine halbe Million Euro oder 14,2 Prozent mehr als 2016. Die Bilanzsumme wuchs um 3,4 Prozent auf 2,09 Milliarden Euro.

Wie sehr sich in der Null- oder gar Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank das Geschäftsmodell der Geldverleiher verändert hat, zeigt die Ertragsentwicklung: Der Zinsüberschuss ging um 5,2 Prozent beziehungsweise zwei Millionen Euro auf 36,7 Millionen Euro zurück. „Für heuer erwarten wir einen weiteren Rückgang“, kündigte Sommer an. Umgekehrt wuchs der Gewinn aus dem Provisionsgeschäft um 17,6 Prozent auf 12,6 Millionen Euro. Darunter fallen etwa Wertpapiere, Aktienfonds, Versicherungen und Bausparverträge. „Unterm Strich ist es uns gelungen, die Rückgänge bei den Geldanlagen zu kompensieren“, freute sich Sommer.

Sein Vorstandskollege Ulrich Sengle erklärte, dass die Summe der Kundeneinlagen zwar um 3,4 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zugenommen hätten. Doch das Gros bildeten Sichteinlagen mit täglicher Fälligkeit, die jedoch kaum Zinsen abwerfen. Er bedauerte, dass sich der Handel mit Aktien und Wertpapieren in Deutschland „noch nicht so stark etabliert hat, wie wir uns das wünschen“. In diesem Bereich müsse man noch mehr informieren und beraten. Denn für das von den Kunden einbezahlte Geld müsse die Sparkasse 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Allmählich, so Sengle, finde jedoch ein Umdenken statt: Der Wertpapierbestand habe mit knapp 300 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht.

Dass die Bank in einer Boom-Region angesiedelt ist, zeigt die Entwicklung bei den Bausparverträgen, deren Volumen um fast ein Viertel auf 65 Millionen Euro zunahm. Trotz des Baustopps in Erding werde nach wie vor kräftig in Immobilien investiert. „Angesichts der Baugebiete etwa in Erding, die in den Startlöchern stehen, haben wir da noch Luft nach oben.“

Für die gute Lage spricht auch das Kreditgeschäft. Michel Utschneider, seit Jahresbeginn neu im Vorstand, berichtete von einem leichten Wachstum im Kreditgeschäft von 1,8 Prozent. Das Gesamtvolumen habe 1,2 Milliarden Euro betragen. „Das Wachstum ist vor allem den Unternehmenskunden zu verdanken“, so Utschneider.

Sommer kündigte für heuer große Fortschritte bei der Digitalisierung an. Der Trend zum Zahlungsverkehr via Internet halte an. Mit dem Smartphone werde man bald alle Bankgeschäfte abwickeln können – sogar in Echtzeit. Das Handy werde zusehends auch die Bankkarte ersetzen.

Der Vorstandschef versprach in diesem Zusammenhang, „dass wir 2017 nicht ins Filialnetz eingeschnitten haben und das auch 2018 nicht vorhaben“ (siehe unten).

Die Zahl der Mitarbeiter ist um 20 auf 356 gesunken. „Wir haben einen hohen Kostendruck“, merkte Sengle dazu an, „betriebsbedingt gekündigt wird aber niemandem“. Im Gegenteil: „Wir haben 31 Auszubildende. Wir würden auch mehr einstellen, wenn wir die Bewerber hätten.“

Bilanz in Zahlen

Geschäftsvolumen:

2,11 Mrd. Euro (+ 3,6 %)

Bilanzsumme:

2,09 Mrd. Euro (+ 3,4 %)

Bilanzgewinn:

4,0 Mio. Euro (+14,2 %)

Spenden/Sponsoring:

300 000 Euro

Mitarbeiter:

356

Auszubildende:

31

SB-Terminals:

100

Geschäftsstellen:

17

SB-Filialen:

18

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