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In Bestform: Michael Mittermeier machte den Amoklauf in München zum Thema und seinem Publikum Mut.

Michael Mittermeier in der Sinnflut-Arena

Spaßvogel in der Rolle als Mutmacher

Erding – Der Comedian Michael Mittermeier gab am Sonntag in der gut besuchten Sinnflut-Arena ein Heimspiel. Auch der Amoklauf in München war Thema in seinem Programm „Wild“.

Michael Mittermeier hat am Sonntag in der Eissporthalle ein starkes Programm vorgestellt. „Wild“ heißt es, und diesen Titel, den ventilierte er genüsslich mehrere Male. Dabei konnte er den Amoklauf in München nicht auslassen. Ausführlich befasste er sich mit der Frage, ob er überhaupt spielen solle. Für ihn stand außer Frage, dass er spielen müsse. Sein Job sei, die Leute zum Lachen zu bringen. „Wenn alle aufhören, das zu tun, was sie normalerweise tun, ja, dann haben wir verloren.“ Da brandete dankbarer Beifall in der gut ausverkauften Eissporthalle auf.

Die Botschaft war klar: Sich nicht unterkriegen lassen, und vor allem: Nicht ständig daran denken. „Das ist doch das, was die wollen, dass wir immerzu nur daran denken.“ Wieder Beifall. Und Lachen, das gehört für ihn zum Leben dazu. „Im Kalifatstaat, da sieht man keine lachenden Kinder.“ Da konnte einem ob des Wahrheitsgehalts dieser Aussage schon wieder das Lachen im Hals stecken bleiben. „Das ist ein ernstes Thema, sicher.“

Der Komiker und Spaßvogel als Botschafter des richtigen Umgangs mit dem Terror und dem Amoklauf, das war neu, das war eine Rolle, für die die Veranstalter ihn nicht engagiert hatten, die er aber glänzend ausfüllte, authentisch, ehrlich. Das kam an. Und so konnte er seinen Gewaltritt durch die Politik beginnen, und alle bekamen ihr Fett ab: „Hillary Clinton ist irgendwie wie Sigmar Gabriel: Er ist da, aber.....“. Dabei sei er beileibe kein Fan von Donald Trump. Im Gegenteil: Bezugnehmend auf den neuen Star-Wars Film meinte er: „Ich hatte eine Begegnung mit der dunklen Seite der Macht: Donald Trump.“ Mit dessen Ankündigung, eine große Mauer zu errichten war der 1966 in Dorfen geborene Mittermeier schnell fertig: „Mauern bauen hat noch nie was geholfen.“ Die Deutschen hätten da ja nun Erfahrung. Wieder eine klare Ansage. Recep Edogan konnte er natürlich nicht auslassen: „Sind Türken hier? – Was, nur einer? – Alle anderen schon gesäubert.“

Aber die große Politik wollte er gar nicht so sehr in den Vordergrund rücken, obwohl sie ihn in den über zwei Stunden Programm doch immer wieder einholte. Es sind die vielen kleinen Dinge des Lebens, die ihn mächtig aufregen: Öffentliche Toiletten mit Bewegungssensor für die Steuerung der Beleuchtung: Wer zu lange auf dem Thron sitzt, der sitzt mit einem Mal im Dunklen, von den sich selbst auflösenden vierlagigen Toilettenpapier ganz zu schweigen. Vladimir Putin, der sei cool, befand er. Der einzige Staatschef mit eigener Rockergang. Davon sei Merkel weit entfernt, aber der Gedanke reizte ihn. „Das wären dann die Hells-Angies.“ Die Halle tobte. Das Erkennungszeichen ist? – Die Merkel-Raute natürlich. Wer gedanklich mitkommen wollte, der musste schnell sein. Von Pockemon Go, dem umstrittenen neuen Online-Spiel über die Mächtigen der Welt zu jenen Mini-Hunden, die nicht einmal mehr bellen können, aber in München scheinbar furchtbar in Mode sind, zurück über Star-Wars ins Weiße Haus und den Leuten, die er dort nicht sehen möchte: „Gegen Donald Trump ist Beatrix von Storch eine Kindergärtnerin.“ Lachen befreit. Das konnten die Menschen in der Halle erleben. Und das tat gerade in dieser Zeit unendlich gut.

Klaus Kuhn

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