Der Erlenzeisig – hier ein Männchen (l.) und ein Weibchen – kommt im Winter immer häufiger ins Erdinger Land. Den Sommer verbringt er in Skandinavien. Foto: (Nadine Wolf)

Spatz, Meise und Zeisig begeistern

Landkreis Erding - Mehr Vogelfreunde als je zuvor haben bei der Stunde der Wintervögel die gefiederten Gäste gezählt. Der Spatz holt bei der Aktion des Landesbunds für Vogelschutz erneut den Meistpreis.

„Rekordbeteiligung“ meldet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) von der Aktion Stunde der Wintervögel, bei der am Heiligdreikönigstag 341 Hobby-Vogelkundler aus dem Erdinger Land mitmachten. Im vergangen Jahr hatten bereits respektable 200 teilgenommen. In ganz Bayern waren heuer fast 17 700 und damit etwa doppelt so viele Vogelfreunde wie im Vorjahr bei der Zählaktion dabei. Eine Stunde lang beobachteten sie die gefiederten Gesellen, die sich im Garten, auf dem Balkon oder im Park tummelten.

Spitzenreiter im Erdinger Land ist dabei nach wie vor der Spatz. Mindestens in jedem zweiten Garten ließ er sich blicken. Unter den fast 11 000 gezählten Vögeln waren der Haussperling (1636 Individuen) und sein Verwandter, der Feldsperling (1474), mit Abstand am häufigsten. Den dritten Platz auf dem Stockerl hat die Kohlmeise (1233). Kaum ein Garten im Erdinger Land, in dem keine der mit 14 Zentimetern Körperlänge größten Meisen Europas lebt.

Besonders häufige Wintergäste sind nach wie vor auch Grünfink (1227), Amsel (986), Buchfink (849), Blaumeise (714), Türkentaube (420) und Saatkrähe (375). Völlig überraschend für die Vogelschützer ist dagegen, dass 348 Erlenzeisige das Erdinger Land als Winterquartier gewählt haben. Der gelb-grüne Gast kommt aus Skandinavien und machte sich im Vorjahr mit nur 28 gesichteten Exemplaren rar. Heuer nimmt er Platz zehn in der Rangliste ein, und die bayernweit fast 30 000 Erlenzeisige bezeichnet der LBV als „Masseneinflug“. So selten ist der Nordeuropäer in anderen Jahren, dass auf der Internetseite des Vogelschutzbundes eigens Bilder der Finkenart zur Verfügung gestellt wurden, damit die Hobby-Ornithologen wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Weitere seltene Gäste zeigten sich in den Gärten des Landkreises, darunter der Bergfink (150), der den Sommer in Finnland, Norwegen oder Russland verbringt. Sogar ein Eisvogel, ein Grauspecht und ein Schwarzspecht ließen sich blicken sowie ein ganzer Schwarm der auffälligen Seidenschwänze (45), die aus der Taiga stammen. (fx)

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