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Beschauliche Runde: Nur wenige SPD-Mitglieder sind zur Ortsversammlung gekommen. Kreisvorsitzender Martin Kern (hinten, r.) zeigte Wahlkampf-Themen auf.

SPD ERDING

Genossen finden kein gemeinsames Ziel

Wohin soll sich Erding entwickeln? Darüber diskutierte die Erdinger SPD bei ihrer Mitgliederversammlung. Doch welcher Kurs der richtige ist, blieb in der Debatte offen.

Erding – Teilweise heftig diskutiert hat ein gutes Dutzend SPD-Mitglieder bei der Versammlung des Ortsvereins in der Schwimmbad-Gaststätte zum Thema, wie der Weg zu einer solidarischen Stadt-Gesellschaft aussehen könnte. Ein konkretes Ergebnis kam dabei nicht heraus. Dabei soll das Motto solidarische Stadt-Gesellschaft den lokalen Wahlkampf zur Landtagswahl im Oktober maßgeblich mitbestimmen.

Stadtrat Hubert Niestroy hat in einem groben Abriss die bisherige Arbeit der Fraktion der vergangenen vier Monate erklärt. Er zeigte Möglichkeiten auf, in welchen Themenfeldern die SPD eventuell bei potenziellen Wählern punkten könnte. „Ich bin zum Beispiel der Meinung, anders als der OB, dass wir unsere Zurückhaltung beim Wachstum aufgeben sollten. Warum stehen denn bebaubare Flächen leer, wo doch hoher Siedlungsdruck in Erding herrscht?“ Seiner Meinung nach wäre eine städtische Baugesellschaft sinnvoll, und Niestroy sieht, wie andere Mitglieder auch, ein Wachstum in die Höhe durchaus als Alternative.

Gar nicht sieht er indes die Bewerbung der Stadt um die Landesgartenschau: „Dafür ist es viel zu früh. Wir sollten dafür mehr für Elektromobilität machen, wie sie auch der Landkreis fördert – denn spätestens 2030 sitzen wir in selbstfahrenden E-Taxis, auch wenn Herr Gotz das noch nicht wahrhaben will.“

Und plötzlich entglitt die Darstellung möglicher Programme zu einer wilden, mitunter lauten Diskussion. Manche Mitglieder brachten Ideen zur Inklusion vor, forderten Bürgerversammlungen im großen Stil, fragten nach Verbesserungen im Bus-System und dem Fahrradverkehr. Doch das Plenum war sich letztlich nicht einig darin, ob diese Themen nun im Detail diskutiert werden sollten oder ob es nur um eine Standort-Bestimmung gehe. Die Kandidatinnen für Land- und Bezirkstag, Gertrud Eichinger (Finsing) und Ulla Dieckmann (Wörth), waren wegen Terminproblemen nicht gekommen. Deshalb versuchte Kreisvorsitzender Martin Kern, fünf Wahlkampf-Themen zu skizzieren, mit denen die SPD punkten möchte: Verbesserung der Wohnungssituation, Bildung, Infrastruktur für mehr Digitalisierung, Pflege und Gesundheit sowie die „Garantie dafür, dass eine dritte Startbahn nicht kommt“. Zu zwei Themen will die SPD Experten nach Erding einladen: Am 12. Juni zum neuen Polizei-Aufgabengesetz, und am 21. Juni zum Leben im Alter.  Friedbert Holz

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