+
Kommt die S-Bahn aus dem Takt, bleiben die Passagiere im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke.

SPD-Stadtrat Niestroy kritisiert S-Bahn – OB Gotz macht Druck

„Fahrgäste einfach abgeladen“

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
    schließen

Scharfe Kritik am Notfallmanagement der S-Bahn München hat Hubert Niestroy im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Erdinger Stadtrats geübt.

Erding - Der SPD-Politiker kritisierte die Praxis der Bahn, nach Störungen vor allem auf der Stammstrecke in München, S-Bahnen nicht mehr bis Erding fahren, sondern die Züge bereits in Markt Schwaben enden zu lassen, um wieder in den Regelfahrplan zu gelangen.

Die Passagiere müssten, so Niestroy, dann dort aussteigen, um auf den nächsten Zug zu warten – teils bis zu 40 Minuten. „Die Fahrgäste werden einfach abgeladen. Im Sommer mag das ja noch erträglich sein, weil man auf dem Bahnsteig neue Leute kennen lernen kann“, meinte er sarkastisch. „Aber in der Kälte im Winter ist das nicht hinnehmbar.“ Hinzu komme, dass er deswegen selbst schon zu Terminen zu spät gekommen sei, unter anderem zu Stadtratssitzungen. Niestroy forderte OB Max Gotz (CSU) auf, mit seinen Bürgermeisterkollegen entlang der S-Bahn-Strecke eine konzertierte Aktion gegen diese Praxis zu starten.

Gotz gab Niestroy Recht: „Die Störanfälligkeit der S 2 ist hoch, die Information der Betroffenen niedrig.“ Besser sei aber, wenn jeder Bürgermeister selbst Druck mache. Er selbst tue das immer wieder. Problem: „Die Infrastruktur ist überlastet.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare