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Kommentar: Kinder sind wichtiger als Investoren

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Von: Hans Moritz

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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger. © MM/tz

Bei der Spielplatzsatzung haben die Erdinger Stadträte zu oft die Nöte der Investoren im Blick gehabt, die der Kinder weniger. Das ist falsch, kommentiert Redaktionsleiter Hans Moritz.

Erding erlässt eine Spielplatzsatzung und reagiert damit auf eine Novellierung der Bauordnung. Der Weg ist richtig, denn er stellt die in den Mittelpunkt, die im Wohnungsbau gerne mal vergessen werden – Kinder. Endlich werden Investoren nicht nur verpflichtet, überhaupt Spielplätze anzulegen. Es gibt zudem Vorgaben, wie groß diese zu sein haben, wie sie auszustatten sind, und dass sie auch regelmäßig gepflegt werden müssen.

Dass allein die Ankündigung, eine solche Satzung zu erlassen, Wirkung zeigt, ist an dem Bauvorhaben an der Haager Straße zu sehen. Weil die Bauherren wenig Platz haben und sich die Ablöse sparen wollen, haben sie Kreativität gezeigt und schlagen einen Indoor-Spielplatz vor. Diese Möglichkeit wiederum findet nun Eingang in die Satzung. Das ist pragmatische Politik.

Dennoch war die Debatte in der ersten Beratung verstörend, denn die Stadträte hatten vor allem die Bauträger im Blick – und was die zu zahlen haben, wenn sie keinen Spielplatz anlegen können. Die Ablöse muss die absolute Ausnahme bleiben. Spielmöglichkeiten in einer immer enger bebauten Stadt dürfen möglichst nicht zur Disposition gestellt werden.

Verwunderlich ist auch, warum einige Stadträte offensichtlich die Sorge umtreibt, die Spielplätze beziehungsweise deren Ablöse würde die Investoren zu teuer kommen. Mag sein, dass dieser Faktor das Wohnen weiter verteuert. Aber mit Verlaub: Bei den Immobilienpreisen, die in Erding aufgerufen und bezahlt werden, darf nicht bei den Kindern gespart werden. Der Spielplatz macht das Kraut nicht fett.

Das Argument, in vielen Siedlungen alterten die Spielplätze mit den Bewohnern, könnte man mit einem Passus in der Satzung aufgreifen, dass diese Flächen explizit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Dann gäbe es nicht nur die großen städtischen Spielplätze, die wirklich eine Wucht sind, sondern auch viele kleine Inseln, die Erding für Familien attraktiv machen.

ham

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