Spielsüchtiger für zwei Jahre Haft verurteilt

Das Glück gejagt, ins Verderben gerutscht

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Erding – Wie Spielsucht ein Leben ruinieren kann, zeigt der Fall eines 38-jährigen Altenerdingers, der wegen zahlreicher Betrügereien bis März 2021 im Gefängnis sitzen muss. Zum Verhängnis wurde ihm, dass er sich zwischen Knast-Aufenthalten in teuren Hotels einmietete und es sich dort gut gehen ließ, ohne nur einen Cent zu bezahlen.

Wegen Betrugs in zwei Fällen – er war den Erdinger Hotels Henry und Kastanienhof im September 2017 rund 600 beziehungsweise 750 Euro schuldig geblieben – stand er vor dem Amtsgericht.

Weil er die gleiche Masche in München angewendet hatte, verzichtete Richterin Michaela Wawerla auf ein eigenes Urteil. Die mögliche Strafe wurde auf das Urteil des Münchner Amtsgerichts vom November 2018 angerechnet, das ihn zuvor wegen gleich gelagerter Fälle bis März 2021 hinter Gitter gesteckt hatte.

Nach Recherchen unserer Zeitung hat die Erdinger Polizei den 38-Jährigen bereits seit zehn Jahren im Visier. Dabei ging er stets nach der gleichen Masche vor: Er bestellte Waren, bezahlte diese nicht und verkaufte sie im Internet weiter. Mit den dabei ergaunerten Beträgen finanzierte er seine Spielsucht. Er verwendete mehrere Namen und Konten. Was die Übernachtungen in den Erdinger Hotels betrifft, kam ihm die Polizei durch Auswertung von DNA-Spuren und seines Tatmusters auf die Spur.

Bereits vor einigen Jahren war der Altenerdinger wegen Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Weil er einem Haftrichter glaubhaft versichert hatte, er wolle seine Spielsucht in einer Therapie angehen, kam er allerdings vorzeitig frei. Die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Doch der Mann brach die Behandlung im Allgäu ab. Daraufhin wurde die Bewährung widerrufen. Der Betrüger tauchte unter. Nachdem ihn seine Frau aus der Altenerdinger Wohnung geworfen hatte, kam er zeitweise bei seiner neuen Freundin in Achenkirch in Tirol unter. Dort spürten ihn die Ermittler aufgrund eines europäischen Haftbefehls auf. Ein Richter in Tirol ließ ihn aber wieder laufen.

Der Mann kehrte nach Erding zurück und mietete sich nacheinander in den beiden Hotels ein. In einem der Zimmer fand sich eine neu ausgestellte Karte für einen Spielsalon in Erding.

Irgendwann dürfte der 38-Jährige gemerkt haben, dass sich die Schlinge um ihn zuzieht. Er stellte sich bei der Polizei in Landshut. Dort sitzt er seither im Gefängnis ein. Polizisten begleiteten ihn zum Prozess nach Erding.

Anwalt Thomas Fauth bat, von einer neuerlichen Verurteilung und damit einer weiteren Gefängnisstrafe abzusehen, weil sein Mandat ohnehin noch gut zwei Jahre Haft zu verbüßen habe. Wawerla und Staatsanwalt Gerald Siegl willigten ein. Damit wurde das Verfahren eingestellt und der Angeklagte in seine Zelle zurückgebracht.

Die Managerinnen der Hotels Henry und Kastanienhof in Erding sagten unserer Zeitung, dass sie nicht davon ausgingen, den Schaden ersetzt zu bekommen – der 38-Jährige ist hoffnungslos überschuldet. In München hatte er in mindestens zwei Fällen Rechnungen über jeweils 1000 Euro nicht bezahlt. Was die Hotel-Managerinnen besonders ärgert: Der 38-Jährige hatte recht fürstlich logiert. Gebucht hatte er über eine Online-Plattform – mit fingierter Kreditkarte.

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