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St. Johannes im Advent

20 Jahre „Genesis“ und „Apokalypse“

Heuer jährt es sich zum 20. Mal, dass der neugotische Flügelaltar der Pfarrkirche Sankt Johannes für die Dauer des Advents und der Fastenzeit mit zwei impressionistischen Bildern ausgestattet ist. Die beiden Werke stammen von Rudolf L. Reiter. Sie sollen der Kirchengemeinde auf moderne Art die Theologie des Advents und des Weihnachtsfestes nahe bringen.

Erding– Initiator dieses Schrittes zur Moderne war der ehemalige Stadtpfarrer Josef Mun-digl. Er war seit langem damit unzufrieden, dass zur Umgestaltung des Altars zum Advent und der Fastenzeit keine Bilder vorlagen. Die Altarbilder wurden damals mit blauen Tüchern zugehängt.

Reiter erinnert sich: „Mundigl wollte zwei Werke, die auf impressionistische Weise die Ankunft Christi in der Welt, die Entstehung der Welt und den Eintritt Gottes darstellen.“ Über den Tabernakel sollte der Gedanke hinüberschweben zum brennenden Himmel. Dadurch sollte die Verheißung von Anfang und Ende, von der Genesis und der Apokalypse zum Ausdruck kommen.

Viele Gespräche hatten die beiden Männer damals geführt und auch gemeinsam die Bibel studiert. „Dabei ging es um die Inspiration“, so der Erdinger Künstler. Er ging in Klausur und schottete sich wochenlang ab. „Dann war ich so weit, diese für mich ehrenvolle Arbeit zu verwirklichen.“ Mundigl habe keinen Einfluss auf Reiters Arbeit genommen. Nach etlichen Besprechungen sind sechs Werke entstanden, jeweils 2,30 Meter hoch und 1,20 Meter breit, von denen der Pfarrer zwei Bilder auswählte. „Darauf bin ich heute noch stolz“, freut sich der Maler. Zeitgenössische Werke, die zudem aus dem Rahmen der gängigen Kirchenkunst fielen, seien extrem dünn gesät in den Kirchen, meint der Künstler.

Im Bild „Genesis“ dominiert die Farbe Blau, tiefe Strukturen und Licht. Gleichsam als ob der Geist Gottes über den Wassern schwebt, sind in Kopfstellung zwei Flügel über die Szene gebreitet. Im Zentrum gleißendes Licht, das durch das Durcheinander bricht und somit auch den Eintritt Christi in die Welt symbolisiert. „Apokalypse“, das Bild auf der rechten Seite, zeigt verschlingende Feuer und aufgelöste Ordnung. Dabei bleibt ein kleines Tor oder Fenster offen, hin zur Ewigkeit des Lichtes, könnte man deuten. Wenn die Zeit für „Genesis“ und „Apokalypse“ in der Pfarrkirche vorbei ist, können die Werke im Meditationsraum des Pfarrhauses Sankt Johannes besichtigt werden.  beet

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