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Siegerehrung: Freudestrahlend nahm Jonas Greiner (Mitte) den St.-Prosper-Preis in Empfang. Es gratulierten (v. l.): Gastgeber Andreas Brenninger und die Mitstreiter Christina Baumer, Josef Brustmann, Claudia Sadlo, die Isarschiffer Doro und Rainer Berauer sowie Michael Kraus. 

St. Prosper Kabarettpreis

Der Thüringer war der Größte

Einen unterhaltsamen Abend bescherten sieben Kabarettisten, die auf unterschiedliche Weise um den St.-Prosper Kabarettpreis wetteiferten, dem Erdinger Publikum. Knapp 250 Zuschauer stimmten im Sportpark Schollbach über dieSieger ab.

Erding – Sieben Künstler, darunter ein Duo, zeigten jeweils 20 Minuten ihr Programm beim siebten St. Pros-per Kabarettpreis, den die Stiftungsbrauerei ausgelobt und die Sinnflut GmbH organisiert hatte. Durch den Samstagabend in der ausverkauften Sportpark-Schollbach-Halle führte Martin Bauer, selbst Comedian und ein Teil des Satire-Duos Stelzner & Bauer. Das Publikum und eine Jury bewerteten die Auftritte.

Sieger des Abends war der Thüringer Jonas Greiner, der mit seiner Körpergröße von 2,07 Metern als größter Kabarettist Deutschlands gilt. Er gewann den mit 1000 Euro dotierten Preis. Diesen Namen sollte man sich merken, denn der sympathische 20-Jährige hat nicht nur körperlich das Potenzial, ein Großer in der Deutschen Kabarettszene zu werden. Mit viel Selbstironie („Ich komme aus Thüringen, einen Haken gibt es immer“) und jugendlicher Frische überzeugte er das Erdinger Publikum. Ein erstaunlich politisches und gesellschaftskritisches Programm hat der Nachwuchs-Kabarettist auf die Beine beziehungsweise die Bühne gestellt. Auf einem Spaziergang von seinem Heimatdorf nach Berlin begegnet er den verschiedenen Partei-Vertretern. Angekommen beim AfD-Ingo weiß er zumindest, wen er nicht wählen wird. Greiner ist nicht nur lustig, sondern er regt auch zum Nachdenken an: „Ingo war der einzige, der auf die anderen gezeigt und mir Angst eingeflößt hat.“

Den zweiten Platz (500 Euro) belegte Claudia Sadlo aus dem österreichischen Waldviertel. Nachdem sich die gut gelaunte 36-Jährige bei den Erdingern erkundigt hatte, ob diese ihren Dialekt überhaupt verstünden, legte sie los mit ihren Pointen über Eheszenen, neugierige Nachbarn oder ihre Halbmarathon-Erfahrungen. Diese gab sie in einer Zeitlupen-Variante als grandioses Finale zum Besten, was ihr viele Pluspunkte einbrachte.

Den dritten Platz (200 Euro) holte sich Josef Brustmann aus Wolfratshausen. Der ehemalige Musiklehrer ist ein Bühnen-Profi. Der Mitbegründer des Baierisch Diatonischen Jodelwahnsinns ist seit 2004 als Solo-Kabarettist unterwegs und hat schon einige Preise eingeheimst. Der Autor der Münchner Turmschreiber unterhielt das Erdinger Publikum in erster Linie mit Witzen und Anekdoten über oberbayerische Originale. Der 63-Jährige schreckt auch vor schwierigeren Themen nicht zurück: „Ich habe mich gewundert, dass die sexuellen Übergriffe in Köln VOR der Kirche passiert sind.“ Mit Nebelschwaden und Discokugel zu seiner Zither-Version des Heavy-Metal-Stücks „Highway to Hell“ verabschiedete er sich.

Die weiteren Teilnehmer, Christina Baumer, die Isarschiffer und Michale Kraus durften den Trostpreis, einen Kasten St. Prosper, mit nach Hause nehmen. (Alexandra Anderka)

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