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Das Nadelöhr aufweiten will der Stadtrat an der stauträchtigen Kreuzung Freisinger Straße/Am Gries/Lange Zeile mit einem Kreisel. Dabei soll der Zebrastreifen auf der langen Zeile verlegt und am Mühlgraben ein neuer angelegt werden.

Stadt will Staus mit einem Kreisverkehr auflösen

Auf einmal ist doch Platz für einen Kreisel

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Erding – Jetzt geht es am nördlichen Ausgang der Altstadt also doch rund. Die Stadt will die Staus, die sich vor allem nachmittags an dem Knotenpunkt Freisinger Straße/Am Gries/Zur Niedermühle/Lange Zeile/Am Mühlgraben bilden, mit einem Mini-Kreisverkehr auflösen.

Das Interessante an dieser Lösung: Vor knapp einem Jahr war diese Variante wegen angeblichen Platzmangels östlich der Freisinger Brücke durchgefallen. Nun ist auf einmal doch Platz für einen überfahrbaren Kreisverkehr mit über 17 Metern Durchmesser.

Die Stadträte im Verkehrsausschuss stimmten dem Entwurf zu. Noch ist aber völlig offen, wann der Kreisel gebaut wird. Fest steht, dass dieser Bereich nach dem Neubau der Brücke 2017/2018 erneut über viele Monate gesperrt sein wird. Weitere massive Behinderungen drohen, wenn zwei weitere Kreisverkehre realisiert werden – an den Kreuzungen Freisinger Straße/Krankenhausstraße sowie Freisinger Straße/Melkstattstraße. Und dann erinnerte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) auch noch an dringend erforderliche, aufwändige Kanalsanierungen im Bereich Landshuter Straße und Schrannenplatz hin, die wiederum langfristige Sperrungen und Umleitungen erforderlich machen. Aber auch hierfür gebe es noch keinen Zeitplan.

Der nördliche Eingang zur Altstadt ist als Nadelöhr bekannt, das mit dem zunehmenden Verkehr immer enger wird. Im Januar hatte der Münchner Verkehrsplaner Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer mehrere Varianten zur Entlastung vorgestellt, darunter die Freisinger Straße als Einbahnstraße sowie diverse Abbiegeverbote im Bereich Am Gries und Lange Zeile. Sämtliche Vorschläge waren verworfen worden, unter anderem, weil die Feuerwehr mit ihrer Wache an der Lebzelterstraße abgeschnitten worden wäre.

Schon damals wurde auch über einen Kreisel geredet. Doch dem hatte Ammerl aus Platzgründen keine Chance eingeräumt. Sogar von einem erforderlichen Abriss eines Eckhauses war die Rede.

Nun klappt es doch. „Wir haben die Stelle noch einmal vertieft untersucht“, sagte Stadtbaumeister Sebastian Henrich in der Sitzung.

Ammerl stellte das Projekt des Landshuter Ingenieurbüros Erich Seitz vor. Der überfahrbare Kreisel soll einen Durchmesser von 17 Metern und keine Verkehrsinseln aufweisen. „Nur so können ihn vor allem die Busse überqueren“, sagte Ammerl. 1200 Fahrzeuge pro Stunde, die sich derzeit durch die Rechts-vor-Links-Regelung quälen, seien problemlos möglich. An der Stelle, so Ammerl, habe man kaum Schwerverkehr gemessen. „Insgesamt wird der Kreisverkehr die Verkehrsströme besser regeln und zu einer niedrigeren Geschwindigkeit führen“, war er überzeugt.

Einen Pferdefuß hat der Kreisverkehr. Ammerl erklärte, eine Verlegung des Zebrastreifens ein Stück weit in Richtung Süden der Langen Zeile sei unerlässlich, um Staus vor der Einfahrt in den Kreisel zu verhindern. In der Folge sei ein weiterer Zebrastreifen im Mündungsbereich des Mühlgrabens erforderlich. „Dann können die Fußgänger den gesamten Bereich gefahrlos passieren“, so der Planer. Sein Fazit: „Diese Lösung kann ich guten Gewissens empfehlen.“

CSU-Fraktionschef Jakob Mittermeier hieß die Lösung gut, erklärte aber auch, dass er mit den Fußgängerüberwegen noch hadere. „Ich frage mich, ob die verlagerten Zebrastreifen auch wirklich angenommen werden. „Auf der Kreuzung Münchener Straße/Krankenhausstraße ist ein ähnliches Modell gescheitert.“ Petra Bauernfeind (Freie Wähler) sprach von einer „schon heute nicht optimalen Lösung vor allem für die Schulkinder“. Gotz forderte, dass die Einmündung des Fußwegs am Herzoggraben zur Langen Zeile möglichst gefahrenlos gestaltet werden müsse – nicht zuletzt wegen der Schulkinder.

Ammerl sagte zu, eine Verlegung der Übergänge direkt an die Kreiselzufahrten noch einmal zu prüfen.

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