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Stadthalle Erding: Auch im Krisenjahr eine feste Burg

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Hermann Herrndobler
Der Stadthallen-Geschätsführer legte seine letzteJahresbilanz vor.
Hermann Herrndobler Der Stadthallen-Geschätsführer legte seine letzteJahresbilanz vor.

Erding - Zum 23. Mal hat Hermann Herrndobler im Stadtrat den Stadthallen-Geschäftsbericht vorgetragen. Die Bilanz des langjährigen Geschäftsführers über das Krisenjahr 2009 fiel gemischt aus.

Erwies sich der kulturelle Betrieb der Stadthalle Erding als weitgehend krisenfest, mussten im gewerblichen Bereich Einbußen verkraftet werden. Der Bilanzbericht über 2009 für die Stadthalle, ein hundertprozentiger Betrieb der Stadt Erding, war ein besonderer. Denn es war der letzte von Geschäftsführer Hermann Herrndobler. Der verlässt altersbedingt im März die weit über die Region hinaus bekannte Kulturhochburg am Alois-Schießl-Platz. Bürgermeister Max Gotz beschied dem Scheidenden: „Sie haben über Jahre hinweg ein hervorragendes Angebot vorgelegt. Sie können stolz auf das sein, was Sie in Erding erreicht haben.“

Lob gab es auch von Kulturreferent und Zweitem Bürgermeister Ludwig Kirmair: „Kultur ist ein schwieriges Geschäft, gerade in Krisenzeiten. Umso positiver ist die Betriebsführung.“ Kirmair zollte Herrndobler Anerkennung, „weil der Aufwand nicht ins Uferlose gewachsen ist“.

Die entsprechenden Zahlen lieferte der so hoch Gelobte selbst. Aus dem Geschäftsbetrieb habe ein Ertrag in Höhe von 474 000 Euro erzielt werden können. Der Betriebsmittelzuschuss habe bei 340 000 Euro gelegen. Unterm Strich, so Herrndobler, bleibe eine Unterdeckung in Höhe von 96 000 Euro. Das Fazit des Geschäftsführers: „Das Ertragsziel des Wirtschaftsplans mit 479 000 Euro ist mit 474 000 Euro annähernd erreicht worden.“ 2008 seien es 478 000 Euro gewesen.

Insgesamt hätten 29 300 Gäste die 46 kulturellen und 27 gesellschaftlichen Veranstaltungen besucht. Diese leicht negative Entwicklung ist nach Einschätzung Herrndoblers auf das Krisenjahr 2009 zurückzuführen. Bei der Planung kultureller Veranstaltungen sei das wirtschaftliche Umfeld einigermaßen stabil geblieben. Von Einbrüchen sei man weitgehend verschont geblieben. Herrndobler führte dies auch auf die lange Vorlaufzeit etwa von Tourneen zurück.

Anders habe es sich bei den gesellschaftlichen und gewerblichen Veranstaltungen, also etwa bei Kongressen und Symposien, verhalten. Auf diesem Sektor werde kurzfristiger gebucht, ein leichter Rückgang von 79 auf 68 Veranstaltung sei die Folge gewesen. Unter anderem hätten überregional tätige Firmen etwa aus der Versicherungs- und Immobilienbranche, aber auch Telefonanbieter ihre Kundenwerbungsveranstaltungen drastisch zurückgefahren, um Kosten zu sparen.

Eigene lukrative Veranstaltungen wie die Motorrad- oder Weinmesse beziehungsweise der Patchworkmarkt sind nach den Worten Herrndoblers bereits seit 2006 nicht mehr in der Lage, die Aufwendungen für das Theater-Abo zu decken. Dies gelte insbesondere für die Jahre ohne Sommerbespielung, vor allem durch die Volksspielgruppe Altenerding. Laut Geschäftsführung wird das erst 2012 wieder der Fall sein.

Die vorläufige Bilanz für 2010 zeugt von einer spürbaren Verbesserung. Nach der Krise habe sich ein Nachholbedarf von Tagungen und Ausstellungen ergeben. Allerdings, so Herrndobler, werden die guten Quartale drei und vier die Einbußen aus dem ersten Halbjahr nicht ausgleichen können. Für 2011 konnte er bereits von einer 60-prozentigen Belegung berichten.

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