Jutta Kistner ist seit fünf Jahren Geschäftsführerin der Stadthalle Erding.

Stadthalle Erding 

Mehr Umsatz, höheres Defizit

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Erding - Die Stadthalle Erding hat ihren Umsatz in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt. Ein Zuschussgeschäft bleibt der Kultur- und Veranstaltungsbetrieb am Alois-Schießl-Platz aber trotzdem. Denn auch die Ausgaben steigen stetig.

Seit März 2011 ist Jutta Kistner Geschäftsführerin der Stadthallen GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadt Erding. Seit ihrem Amtsantritt hat sie den Umsatz der Kultur- und Veranstaltungsstätte Jahr für Jahr gesteigert – von 484 000 (2011) bis 891 000 Euro (2015). Für diese „beeindruckende Bilanz“ dankte ihr Oberbürgermeister Max Gotz im Stadtrat: „Die Stadthalle ist mit Ihrer Handschrift enorm bereichert worden.“

Was 2015 besonders bemerkenswert war: Obwohl die Stadthalle wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten im Sommer zweieinhalb Monate lang gesperrt war, konnte der Umsatz um 18 Prozent, das entspricht 140 000 Euro, gegenüber 2014 gesteigert werden. Das ist der höchste Umsatz in der Unternehmensgeschichte. Ein Grund ist für Kistner „die extrem dichte und lukrative Belegung des Großen Saals“ im übrigen Jahr, meist in Kombination mit Nebenräumen und der Anmietung der stadthalleneigenen Ausstattung. Auch die Preiserhöhungen und die gute Entwicklung der Eigenveranstaltungen hätten dazu beigetragen.

Kistner dankte ihrem Team für die gute Zusammenarbeit nach der Sanierung. Schließlich sei die komplette Logistik neu organisiert worden, es habe neue Bestuhlungspläne gegeben. Bis sich alles wieder eingespielt habe, seien gut zwei Monate vergangen.

Auch bei den Besucherzahlen hielt sich das Minus trotz der langen Schließung in Grenzen. Es waren nur 5000 Besucher weniger gekommen als 2014 (73 000). Trotz des höheren Defizits von 551 000 Euro (2014: 470 000) bezeichnete Kistner das Jahr 2015 als durchaus erfolgreich. Was sie besonders freut: „Erstmals ist der Einstieg ins internationale Kongressgeschäft gelungen.“

Neben dem Umsatz sind auch die Kosten gestiegen. Zum einen hat die Stadt die Pacht auf einen „marktgerechten Wert angehoben“. Sie liegt jetzt bei 79 000 Euro im Jahr (vorher: 37 000). Zudem seien die Personalkosten um 24 Prozent gestiegen. Gründe dafür seien neben Tariferhöhungen der Mindestlohn und die vermehrt eingesetzten Aushilfskräfte, die krankheitsbedingte Ausfälle des Stammpersonals kompensiert hätten.

Erstmals griff 2015 auch der vom Stadtrat beschlossene Betrauungsakt. Er regelt nicht nur den Finanzierungsrahmen der GmbH für die nächsten zehn Jahre, sondern sieht auch vor, dass nicht benötigte Finanzmittel zurückgezahlt werden müssen. So flossen im vergangenen Jahr fast 100 000 Euro an die Stadt, erklärte Kistner.

Trotz der guten Buchungslage ist sie Realistin. Für heuer und 2017 erwartet sie höhere Defizite. Es sei unwahrscheinlich, dass weiterhin derartige Umsatzzuwächse erzielt werden könnten, um die Kostensteigerungen aufzufangen. Der Zuschussbedarf könne bestenfalls stabil gehalten werden.

Sorgen bereitet Kistner die Terrorgefahr, die die Ausgeh- und Konsumlaune der Bürger durchaus beeinflussen könne. So habe man heuer im Spätsommer und Herbst einen Einbruch im Kartenverkauf gespürt. Weiteres Problem: ständig wachsende Auflagen, Verordnungen, Nachweis- und Berichtspflichten, die das Tagesgeschäft nahezu erdrückten, weitere Kosten verursachten und das Personal unproduktiv binden würden.

Die Stadträte sahen keinen Grund, Trübsal zu blasen. CSU-Fraktionschef Jakob Mittermeier stellte einen deutlichen Aufwärtstrend fest und wünschte Kistner, „dass Sie so engagiert weitermachen“. Er sprach von einer „stolzen Bilanz, weil nicht nur die Zahlen passen, sondern weil die Konkurrenz in und um München gewaltig ist“. Er appellierte an die Bürger, der Stadthalle die Treue zu halten.

Herbert Maier (Grüne) wunderte sich nur, dass der Mindestlohn bei einem kommunalen Arbeitgeber zu solchen Kostensteigerungen geführt habe. „Was hat man denn da vorher bezahlt?“, fragte er. Kistner erklärte, der Mindestlohn habe sich auf die Aushilfskräfte bezogen, die gestaffelt nach ihrem Verantwortungsbereich bezahlt würden. Vor Einführung des Mindestlohns habe man in der untersten Stufe einen Euro weniger bezahlt.

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