Stadtpark: Ja zu Keltendorf und grünem Klassenzimmer

Erding - Aus dem großen Spielplatz im Erdinger Stadtpark wird ein Keltendorf mit Schaukeln, Hütten, Wippen, Seil- und Kletterparcours, Aussichtsturm und Sandgrube.

Insgesamt 2,2 Millionen Euro lässt sich die Stadt Erding die Umgestaltung des ersten Teilabschnitts des Stadtparks kosten. 1,5 Millionen davon sind für die Vegetationarbeiten, das Ausholzen und Pflanzen, die neue Ufergestaltung an der Sempt, Wege, Brücken und Unterführung vorgesehen. Rund 570 000 Euro kostet das Keltendorf anstelle des jetzigen Großspielplatzes, das so genannte grüne Klassenzimmer ist mit rund 130 000 Euro veranschlagt. Es wird auf der Insel südöstlich der S-Bahn-Gleise entstehen. Dieses Areal hatte die Stadt vor drei Jahren von der Wirtsfamilie Mayr erworben und kann damit den Stadtpark erweitern.

„Es ist ein anspruchsvoller und ansprechender Entwurf“, lobte Jakob Mittermeier (CSU): „Natürlich ist das viel Geld, aber der Stadtpark ist es wert, auf Vordermann gebracht zu werden.“ Seine Stadtratskollegen im Planungs- und Umweltausschuss sahen es am Dienstag genauso. Zuvor hatte Bürgermeister Max Gotz (CSU) für das Projekt geworben. „Es ist eine Lösung mit Maß und Ziel, aber auch mit Effekt.“ Der Spielplatz sei ein bereicherndes Angebot für viele Altersklassen.

Grundsätzlich stimmten alle Fraktionen dem Entwurf zu. Während Landschaftsarchitekt Martin Rist die Bedenken von CSU und UWE gegen die drei Hütten am Rande des Keltendorfes ausräumen konnte, stimmte Hans Egger (Erding Jetzt) gegen deren Errichtung. Einig waren sich alle: Eine Beleuchtung des Parks kommt derzeit nicht in Frage. Dennoch werden im Zuge der Arbeiten Leerrohre in die Hauptwege eingezogen, kündigte Gotz an. Dies sei von den Kosten her überschaubar, und später müssten keine Bagger mehr anrücken, wolle man einmal nachrüsten.

Einzig strittiger Punkt war der zweite Spielturm auf der Insel. Während sein Pendant im Keltendorf von allen als Highlight akzeptiert wurde, lehnte die UWE den zweiten ab. Petra Bauernfeind verwies auf die Anwohner im Süden des Areals, die wegen einer möglichen Einsehbarkeit in ihre Gärten skeptisch seien. Außerdem erinnerte sie daran, dass die Insel ein begehbarer Ruhebereich sein solle, der Turm aber ein Anziehungspunkt und nicht ganz billig sei (84 000 Euro). „Zwei Türme sind zu viel des Guten, einer reicht.“ Mit dieser Ansicht konnte sie sich nicht durchsetzen. Außer Bauernfeind und ihrer Fraktionskollegin Johanna Heindl stimmten alle Stadträte für den zweiten Spielturm. Seine Aussichtsplattform liegt in zwölf Meter Höhe.

Heindl schlug vor, während der Bauarbeiten ein Spielplatz-Provisorium an anderer Stelle im Park zu errichten. Dies werde derzeit geprüft, sei aber aus Sicherheitsgründen gar nicht so einfach, so Gotz. Im Herbst soll Eröffnung gefeiert werden. (zie)

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