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Gewohntes Bild nach Dauerregen: die gesperrte Straße zwischen Eitting und Eichenkofen.

Jürgen Beil (FW) rügt Verzögerung bei Abbau – Lange Umwege

Hochwasser weg, Sperre noch da

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Eine Sperre bei Hochwasser hat jetzt im Erdinger Stadtrat für Streit gesorgt. 10 Kilometer Umweg, obwohl die Straße wieder frei ist - muss das sein?

Eichenkofen – Zwei, drei Tage Dauerregen genügen, und die Straße zwischen Eitting und Eichenkofen ist überflutet – und muss gesperrt werden. Im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates rügte Jürgen Beil (FW) am Dienstag, dass nach Ablaufen des Hochwassers nahe der Eittinger Flutmulde die Sperre oft noch mehrere Tage stehen bleibe. „Das bedeutet Umwege von bis zu zehn Kilometern, weil Autofahrer zu spät vorgewarnt werden und bis Berglern zurückfahren müssen, um nach Eichenkofen zu kommen“, sagte Beil. Er verstehe nicht, warum das so lange dauere. Der jüngste Fall datiert von vorvergangener Woche. „Das Hochwasser war am Mittwoch weg, und die Sperre blieb bis zum Montag darauf.“

Beil erinnerte an die frühere Praxis, dass Schilder vor einer überfluteten Fahrbahn warnten und jeder auf eigenes Risiko durchfahren konnte. Mittlerweile sei es doch kein Wunder und nachvollziehbar, dass die Sperren missachtet würden.

Christian Famira-Parcsetich von der Stadtentwicklung erklärte, ab einem gewissen Pegelstand der Sempt erhalte man eine Warnung und stelle die Baken auf. Erst wenn das Wasserwirtschaftsamt diese aufhebe, könne man die Straße wieder freigeben. Er erinnerte daran, dass vor etwa zwei Jahren ein Autofahrer durchs Wasser gefahren sei – und prompt einen Unfall verursacht habe. Die Stadt habe hier eine Verkehrssicherungspflicht.

OB Max Gotz (CSU) reagierte verärgert auf Beils Hinweis, dass die Warntafeln ignoriert würden. „Was sind Gesetze noch wert, wenn sich keiner dran hält. Das ist ein allgemeines Problem.“ Man könne sich über die Weisung des Wasserwirtschaftsamtes nicht hinwegsetzen. „Das wird seine Gründe haben.“

Weiter meinte Gotz, dass auf dieser Verbindung immer mehr Verkehre stattfänden, „die hier gar nichts zu suchen haben“. Dennoch sicherte er zu, dass sich die Stadt mit der Wasserbehörde in Verbindung setzen werde. Zehn Kilometer Umweg seien schon sehr lang, und eine frühe Ausschilderung der Sperre wünschenswert.

Auf eine weitere Verkehrsproblematik wies Herbert Maier (Grüne) hin. Für Radfahrer gelten im neuen Kreisverkehr am Kaufland andere Regeln als für die übrigen beiden an der Dachauer Straße. Nur bei dem jüngst in Betrieb genommenen werde die Vorfahrt für Radler in den Mündungsbereichen aufgehoben. Das stelle ein Risiko dar. Er bat um eine einheitliche, sichere Lösung. Hier sicherte Gotz ebenfalls eine Überprüfung zu.

Wenig Chancen hat ein Zebrastreifen am Herzoggraben (wir berichteten). Die Behörden halten die Stelle für Autofahrer auf der Münchener Straße für schwer einsehbar. Ein Zebrastreifen würde Fußgänger in einer falschen Sicherheit wiegen, erfuhr unsere Zeitung.  ham

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