Stadtrat: Einstimmiges Ja zum neuen Recyclinghof

Erding - Der neue Recyclinghof des Landkreises in Erding wird östlich der Sigwolfstraße gebaut. Die Einwände einiger Anlieger der Trindl- und Dorfstraße überzeugten die Stadträte nicht.

4000 Quadratmeter groß ist das Areal zwischen Sigwolf- und Trindlstraße im Norden Erdings, auf dem der neue Recyclinghof des Landkreises errichtet werden soll. Die Stadt stellt dazu das Grundstück zur Verfügung, da der bestehende Recyclinghof auf dem Gelände des städtischen Bauhofes am Rennweg seit Jahren aus allen Nähten platzt.

Wiederholt hatten sich einige Anlieger der Trindl- und Dorfstraße in Siglfing gegen den neuen Standort ausgesprochen. In einer Versammlung und bei einem Ortstermin waren sich Stadt und Anwohner nicht näher gekommen. Zu weit klaffen ihre Ansichten auseinander.

13 Anlieger haben nun im Zuge des Bebauungsplanverfahrens Stellung genommen. In gleich lautenden Schreiben bezweifeln sie grundsätzlich die Notwendigkeit eines neuen Recyclinghofes und befürchten eine Wertminderung ihrer Häuser durch „lästige Anlagen, die uns vor die Nase gesetzt werden“. Die von der Stadt zugesagte Prüfung von Alternativstandorten ist ihrer Meinung nach nur formal erfolgt. Auch das Lärmschutzgutachten, das erstellt worden ist, zweifeln die Anwohner an. Sie befürchten Belästigungen durch das Einwerfen von Altglas, Eisen oder Schrott und fordern deshalb wenigstens einen Lärmschutzwall oder eine -wand.

Die Stadt hielt diesen Argumenten im Planungs- und Umweltausschuss (PUA) am Donnerstagabend ihre Sicht entgegen. Bürgermeister Max Gotz (CSU) betonte erneut die Dringlichkeit eines neuen Recyclinghofes, da der städtische Bauhof schon jetzt eine Reihe von Außenstellen habe, wo er seine Gerätschaften unterbringen müsse: „Und die Aufgaben nehmen stetig zu.“ Deshalb sei es notwendig, den Bauhof um die Fläche des jetzigen Recyclinghofes zu erweitern. Schon in der Amtszeit seines Vorgängers Karl-Heinz Bauernfeind habe die Suche nach einem neuen Standort begonnen. „Damals hatte Erding 26 000 Einwohner, heute sind es 36 000.“

Stadtplaner Wilhelm Wagner erklärte, dass die Nachbarschaft laut Lärmschutzgutachten nicht durch den neuen Recyclinghof beeinträchtigt werde: „Auch mit 400 Fahrzeugen täglich wäre der Lärmschutz erfüllt.“ Mit Spielraum nach oben, so Wagner. Derzeit gehe man von maximal 350 Fahrten an den Samstagen aus. Zudem betonte Wagner, dass es kein Gesetz gebe, das unverbaubares Wohnen garantiere.

Der neue Recyclinghof wird über die Sigwolfstraße (Kreisstraße ED 19) angefahren. Diese erhält eine Abbiegespur und wird bis zur Abzweigung nach Reisen ausgebaut. Von der Dorfstraße in Siglfing aus soll ein Geh- und Radweg zum neuen Recyclinghof führen.

Am Ende sprachen sich die Stadträte im PUA einstimmig für den neuen Recyclinghof aus. „So leid’s mir für die Anlieger tut, aber es gibt auch für uns keine Alternative“, erklärte Petra Bauernfeind (UWE) für ihre Fraktion. (zie)

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