Stadtwerke Erding 

Der Bürger als Stromerzeuger

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Der Strom kommt aus der Steckdose. Doch dahinter stehen nicht immer Konzerne. Zunehmend mehr Bürger speisen Strom ins Netz ein – und verdienen daran.

Erding – 1135 so genannte dezentrale Eigenerzeugungsanlagen gibt es im Gebiet des Überlandwerks Erding, 30 mehr als 2015. Auch wenn der große Boom mit 150 bis 200 neuen Anlagen im Jahr vorbei ist, gibt es doch immer mehr Bürger, die selbst Strom erzeugen und verkaufen.

So generierten etwa Landwirte 38,34 Millionen Kilowattstunden Strom aus Biogasanlagen. Dafür erstattete die Stadtwerke-Tochter 7,14 Millionen Euro. Hinzu kamen 21,51 Kilowattstunden aus Sonnenergie, für die 7,75 Millionen Euro überwiesen wurden. Auch die Wasserkraft fällt mit 2,70 Millionen Kilowattstunden und 317 000 Euro Erstattung ins Gewicht. Diese Zahlen nannte Stadtwerke-Prokurist Markus Sepp bei der Vorstellung des Beteiligungsberichts im Stadtrat.

Immer mehr Bürger und Betriebe verbrauchen ihren Strom gleich selbst. Voriges Jahr waren es 22,26 Millionen Kilowattstunden, vier Millionen mehr als 2015.

Insgesamt setzte das Überlandwerk 222 400 Megawattstunden Strom ab, 6000 weniger als im Jahr davor. Der Jahresüberschuss sank von 4,02 auf 3,02 Millionen Euro.

Die Erdgasversorgung Erding, ein Unternehmen der Stadtwerke und der Energie Südbayern (ESB), verkaufte 345 100 Megawattstunden Erdgas, nahezu genauso viel wie 2015. Der Jahresüberschuss ging von 2,55 auf 2,28 Millionen Euro zurück.

Die Stadtwerke beliefern Erding und Umgebung auch mit Wasser. Prokurist Thomas Altstetter berichtete von 2,56 Millionen abgesetzten Kubikmetern, etwas mehr as im Jahr davor. Hier stieg der Überschuss von 393 000 auf 586 000 Euro. Allerdings ist auch der Wasserverlust von 1,6 auf 3,7 Prozent gestiegen. Altstetter versicherte den Stadträten, „dass das immer sehr wenig ist“. Bundesweit seien es 7,6 Prozent. Die Wasserversorgung Erding habe zudem gegengesteuert. „Nachdem uns die höheren Verluste aufgefallen sind und wir nicht alle Lecke finden konnten, haben wir das gesamte Netz sowie alle Hausanschlüsse untersuchen lassen“, berichtete Altstetter – immerhin 260,5 Kilometer und 6666 Hausanschlüsse.

Für die Freizeitanlagen legte Werke-Geschäftsführer Christopher Ruthner die Zahlen für 2016 vor. Das Freibad sei von knapp 92 000 Menschen aufgesucht worden (2015: 102 000). Das Hallenbad verzeichnete 112 000 Eintritte (108 000). Und in der Eishalle wurden 54 000 Besucher gezählt, etwas mehr als im Jahr davor. Pro Besucher entsteht in den Bädern ein Defizit von zehn Euro, in der Eishalle von 8,40 Euro.

Insgesamt sprach Ruthner von einem „sehr erfolgreichen Jahr“. Der Versorger im Eigentum der Stadt erwirtschaftete einen Überschuss von 2,82 Millionen Euro.

Von Hans Moritz

Rubriklistenbild: © dpa

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