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Stadtwerke-Töchter setzen Speck an

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Vermeldeten positive Zahlen (v. l.): Prokurist Markus Sepp, Walter Huber und Bürgermeister Max Gotz. Foto: Moritz
Vermeldeten positive Zahlen (v. l.): Prokurist Markus Sepp, Walter Huber und Bürgermeister Max Gotz. Foto: Moritz

Erding - Das Geschäftsjahr 2009 ist für die Stadtwerke Erding und ihre Konzerntöchter Strom, Gas und Wasser erfolgreich zu Ende gegangen. Dennoch steht der Kommunalversorger gewaltig unter Druck.

Im Stadtrat stellten Geschäftsführer Walter Huber und Prokurist Markus Sepp den druckfrischen Beteiligungsbericht vor. „Wir können sehr zufrieden sein“, bilanzierte Huber. Insgesamt erzielten die Stadtwerke 2009 einen Jahresüberschuss von zwei Millionen Euro, 2008 waren es noch 1,15 Millionen Euro gewesen.

Tief in den schwarzen Zahlen gelandet ist auch das Überlandwerk, die Konzerntochter Strom. Der Jahresüberschuss stieg von 1,08 auf 2,6 Millionen Euro. „Wir konnten an der Strombörse sehr günstig einkaufen“, bilanzierte der Hauptgeschäftsführer. Insgesamt seien 147.400 Megawattstunden Strom abgesetzt worden, 2008 waren es 154.300 gewesen. Die Netzlänge gab Huber mit 849 Kilometern an. Es gibt 9585 Hausanschlüsse. Auch diese Zahlen steigen, was unter anderem an der Bevölkerungszunahme im Landkreis Erding liegt.

Sehr gedeihlich auch die Entwicklung bei der Erdgasversorgung. Der Überschuss dieser Konzerntochter stieg von 2,5 auf 3,0 Millionen Euro. Huber erklärte: „Nach 20 Jahren sind wir erstmals aus einem Bezugsvertrag herausgekommen und haben bei der Neuausschreibung ein sehr gutes Ergebnis erzielt.“ Der Geschäftsführer machte zugleich deutlich: „Ein solches Resultat wird uns sicherlich nicht in jedem Jahr gelingen.“ 328.500 Megawattstunden seien abgesetzt worden, knapp 30.000 weniger als 2008. Das Netz sei 226,8 Kilometer lang.

Als „seit Jahren sehr stabil” bezeichnete Huber das Geschäft der Wasserversorgung. Zwar sei der Überschuss mit 216.000 Euro geringer ausgefallen als 2008 (231.000 Euro). Dennoch könne man zufrieden sein. 2,27 Millionen Kubikmeter Wasser seien abgesetzt worden, knapp 100.000 Kubikmeter mehr als 2008. Das Netz ist 261 Kilometer lang und versorgt 6352 Hausanschlüsse.

Aus dem Risikobericht zitierte Huber das Fazit: „Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden, ergaben sich nicht.” In seiner Prognose gab sich Huber vorsichtig: „Für die Stadtwerke und ihre Tochterunternehmen ist es nach wie vor schwierig, in einem regulierten Energiemarkt zu bestehen.“ Hinzu kämen starke Preisschwankungen auf den Beschaffungsmärkten. Daher bediene man sich zunehmend Kooperationsgemeinschaft mit anderen (kommunalen) Energieversorgern.

Bedauerlich sei, so Huber weiter, der Rückgang bei den Besucherzahlen in den Bädern und in der Eissporthalle. Das Freibad wurde 2009 von 78.425 (2008: 81.124) Besuchern frequentiert, das Hallenbad von 86.947 (91.362) und das Eisstadion von 41.501 (42.219). Bei den Bädern führte er das auf die Witterung sowie zunehmende private Konkurrenz zurück. Diese Einrichtungen bleiben Zuschussbetriebe: In den Bädern beträgt das Defizit pro Besucher 9,20 Euro, in der Eishalle 15,7 Euro. Dazu merkte Bürgermeister Max Gotz an: „Das sollten uns unsere Bürger wert sein.“ Er rechne mit einer Besserung der Zahlen, wenn das neue Kinderbecken und Lehrschwimmbad fertiggestellt sind. (ham)

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