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Ein kleiner Stich und ein paar Milliliter, die Leben retten können: Arzthelferin Katharina Ludwig (l.) nimmt Manuela Steinberg Blut ab, beobachtet unter anderem von Landrat und Schirmherr Martin Bayerstorfer (2. v. l.) sowie Sonja Wiesner (4. v. r.), deren Mann Bernd an Leukämie erkrankt ist und dringend eine Stammzellenspende benötigt.

Stammzellen-Typisierung in der Herzog-Tassilo-Realschule

Welle der Hilfsbereitschaft gegen Leukämie

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500 Menschen haben gestern Blut gespendet, um Bernd Wiesner und anderen Leukämiekranken das Leben zu retten. Die Typisierungsaktion an der Herzog-Tassilo-Realschule für den Mann einer Lehrerin war ein voller Erfolg, an dem viele Ehrenamtliche ihren Anteil hatten.

Erding - Wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen, dann brandet im Landkreis Erding stets eine Welle der Hilfsbereitschaft auf. So war das 2011, als die junge Erdinger Triathletin Kathi Heilmaier an Leukämie erkrankt war, so war es nach der Hochwasserkatastrophe 2013, und so war es auch am Sonntag. In der Herzog-Tassilo-Realschule fand eine große Stammzellen-Spendenaktion für Bernd Wiesner statt.

Er ist Gatte der Erdinger Realschullehrerin Sonja Wiesner. Sie hatte die Aktion aufgezogen – und damit hunderte Menschen in Bewegung gesetzt. Rund 500 Bürger kamen, um sich ein paar Milliliter Blut abnehmen zu lassen. Die Aula hatten Lehrer, Ehemalige, Schüler und Eltern in ein Café verwandelt. Aus dem Erlös wird die Auswertung der Blutspenden finanziert.

Professionell organisiert hatte den Spendentag die Selbsthilfegruppe Leukämie Landshut. 30 der 38 Mitglieder sorgten dafür, dass den Spendern Blut abgenommen wurde. Dazu hatten sich 15 Arzthelferinnen aus der gesamten Region ehrenamtlich bereit erklärt. Erfasst wurden die Spenden schließlich von der DRK-Organisation Deutsche Stammzellspenderdatei.

Die Helfer hatten den ganzen Tag über viel zu tun, ständig kamen neue Menschen, um sich registrieren zu lassen. Nach einer Stunde waren bereits 150 Röhrchen beisammen, am Ende waren es 500. Einige Minderjährige nahmen Testsets mit, um nach ihrem 18. Geburtstag mitzumachen.

„Ich bin wirklich begeistert, wie viele kommen, um meinem Mann und anderen Krebskranken zu helfen“, freute sich Wiesner. Schirmherr und Landrat Martin Bayerstorfer, der bereits in der Datei erfasst ist, sagte: „Die große Resonanz hier ist schön, auch wenn der Anlass ein trauriger ist.“ Er dankte den Initiatoren, aber auch der Schule. „Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Schule so etwas macht – vor allem in den Ferien“, lobte er in Richtung des stellvertretenden Schulleiters Gerd Neubert.

Sonja Wiesner berichtete, dass ihr Mann nach zwei Chemotherapie-Zyklen „leider nicht kommen konnte. Sein Immunsystem ist geschwächt, er muss größere Menschenansammlungen meiden.“ Als er Ende Juni die Diagnose erhalten habe, „hat’s uns erst einmal den Boden unter den Füßen weggezogen“, erinnert sich die in Erding sehr populäre Lehrerin, die ab Dienstag wieder unterrichten wird. Doch dann hätten sich beide entschieden: Wir kämpfen. Dazu gehörte auch, dass Sonja Wiesner mit Unterstützung vieler die Typisierungsaktion aufzog. Besonders dankbar ist sie der Selbsthilfegruppe. „Ohne die hätte es nie geklappt.“

Es gab aber auch viele andere Formen der Hilfe. So spendete der Bockhorner Getränkehändler Helmut Kratzer die Getränke, der Verein Wacker Türkenfeld kam gleich mit zwei Bussen von Spendern nach Erding. Und die Musikanten Kapfhammer Buam treten ebenfalls für Bernd Wiesner auf die Bühne. Alle eint die Hoffnung, möglicht vielen Leukämiekranken helfen zu können.

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