Spiel mit Form und Farbe: Die ausstellenden Künstler mit (v. r.) Laudator Hans Peis, Vereinschefin Sigrid Réssy, Hausherr Robert Decker und Vorstandsmitglied Peter Breth. Beet

Vernissage im Medizin Campus

Starke Farben mit starken Geschichten

Erding – Mitglieder des Kunstvereins Erding (KVE) geben im Medizin Campus am Klinikum Erding Einblick in ihr kreatives Schaffen. Unter anderem gibt es interessante Porträts zu sehen.

Auch wenn er eine blaue Backe hat, Sigrid Réssys John Lennon ist unter ihren sieben unkonventionellen Bildern sofort erkennbar. Und die farbenfroh, mit feinem Pinselstrich malende Sylvia Frey lässt Pippi Langstrumpf auf ihrem Schimmel durchs Bild reiten. Dazu gibt es kräftige Bleistiftzeichnungen von Anita Kittl, einige davon koloriert.

Die abstrakten Werke von Ursula E. Schuh, Monika Müller, Anja von Wins, Maria Weber und Lieselotte Karoline Sandfort fordern die Fantasie des Betrachters. Mathilde Schabenberger hat in Fleißarbeit zahlreiche weiße Mosaiksteinchen in ihre erdfarbene Komposition geklebt. Diese Exponate lassen das rein dokumentarische Element hinter sich und konzentrieren sich auf das Atmosphärische sowie das Spiel mit Formen und Farben. Eine Herausforderung an den Betrachter ist das „Feldbild“ von Stanko: nicht als eine rote Fläche mit feinen Farbabstufungen.

Die sonst kahlen Wände der drei Stockwerke des Medizin Campus haben nun dekorative Hingucker. Bei der Vernissage dankte Vorstandsmitglied Peter Breth dem Hausherrn Robert Decker für die Kooperation und Förderung. Seit der Fertigstellung des Ärztehauses hat es die Unternehmensgruppe Decker den Mitgliedern des KVE ermöglicht, an den Wänden das Ergebnis ihrer künstlerischen Tätigkeit zu zeigen. Darauf wies in seiner Laudatio Hans Peis, Bürgermeister von Neuching und selbst Mitglied beim KVE, hin.

In der aktuellen Schau sehe man Malerei und Zeichnung, dies aber auch in einer schönen Bandbreite von realistisch bis abstrakt, mit unterschiedlichen Mitteln wie Kreide, Öl, Acryl und Zeichenstiften, sagte Peis. „Die Gemeinsamkeit sehe ich in erster Linie bei den starken Farben – auch Schwarz oder Grau kann eine starke Farbe sein – egal ob in spannenden Porträts, unterschiedlichen Naturmotiven, abstrakten Kompositionen oder Farbmalereien, in die man direkt hineingezogen wird“, so der Bürgermeister.

Die Werke bedürften nicht unbedingt einer Deutung oder Erklärung. Sie wirkten durch ihre künstlerische Kraft und Qualität und hätten zusätzlich mit der dahinter stehenden Persönlichkeit ihrer Schöpfer noch eine ganz persönliche Geschichte.

Und ein Lob war es dem Redner wert, dass im obersten Stockwerk auch junge Künstler eine Chance bekommen. Sie stellen ihre Fertigkeiten und künstlerischen Aussagen dar, die sie sich in der Gruppe um Anna Maria Blau erarbeitet haben.

Peter Bauersachs

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