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Nicky-Alexander Cebulla leitet den Weißen Ring im Landkreis Erding.

Weisser Ring 

Starke Stimme für Kriminalitätsopfer

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Raub, Überfall, sexueller Missbrauch, Mord: Verbrechen gibt es auch im Landkreis. Im Fokus stehen meist die Täter. Um die Opfer kümmert sich der Weiße Ring – nicht nur am heutigen Tag der Kriminalitätsopfer.

Erding – Morgen stellt das Polizeipräsidium in Ingolstadt die Kriminalstatistik vor. Schon jetzt ist klar: Die Zahl der Straftaten ist wieder einmal gestiegen. Jede Tat hinterlässt Opfer, Menschen, deren Schicksal rasch in Vergessenheit gerät. Auf sie soll der Tag der Kriminalitätsopfer aufmerksam machen. Es ist der heutige Mittwoch. Und es ist auch der Tag des Weißen Rings.

Auch im Landkreis Erding kümmern sich Ehrenamtliche um Menschen, die durch Verbrechen geschädigt wurden. Die hiesige Außenstelle verantwortet Nicky-Alexander Cebulla. Gemeinsam mit Renate Iwanski hört er nicht nur zu, sondern sorgt auch dafür, dass den Opfern geholfen wird.

Die Bilanz des Weißen Rings gibt der Kriminalität im Erdinger Land ein ganz neues Gesicht. „2016 hatten wir 38 Anfragen bezüglich eines Beratungsgesprächs“, berichtet Cebulla. 17 Dialoge hätten stattgefunden. In den ersten drei Monaten dieses Jahres hätten den Weißen Ring bereits neun Anfragen erreicht.

Besonders oft ist der Rat Cebullas und Iwanskis nach sexuellem Missbrauch gefragt. „Unter den Opfern waren leider auch wieder Kinder und Jugendliche. Das ist ganz besonders schlimm“, sagt der Opferhelfer. „Aber wir hatten es auch mit Überfällen, Stalking, Raub und sogar Mord zu tun.“

Wie hilft der Weiße Ring? „Im Erstgespräch stellen wir die Weichen für den Gang zum Anwalt, zur Polizei, zum Arzt oder Psychologen“, berichtet der Außenstellenleiter. Der Weiße Ring übernehme auch die Erstberatung beim Anwalt oder Psychologen. Geld spiele anfangs keine Rolle. Opfer könnten Hilfeschecks in Anspruch nehmen.

Deswegen weist Cebulla darauf hin, dass die Opferschutzorganisation ausschließlich ehrenamtlich tätig und deswegen auf Spenden angewiesen sei.

Die Zusammenarbeit mit Behörden, in erster Linie der Polizei, aber auch Frauenhäusern und Interventionsstellen funktioniere bestens. Ein guter Draht zu Ärzten und Anwälten erleichtere die Arbeit.

Die Helfer schauen auch auf sich selbst. Jedes Jahr gibt es Schulungen, Weiterbildungen und Seminare. „Sie sind uns Pflicht und Bedürfnis, denn nur so können wir professionelle Hilfe leisten“, versichert Cebulla.

Informationen

über den Weißen Ring in Erding erteilt Nicky-Alexander Cebulla unter Tel. (01 51) 55 16 47 61. Allgemeines gibt es im Internet unter www.weisser-ring.de.

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