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Mit Beispielbildern und der Übersetzung in sechs Sprachen werden Begriffe aus dem Handwerk erklärt.

Neue Broschüre der Unternehmerfrauen

Starthilfe in sechs Sprachen

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Erding - Ausländische Mitarbeiter, insbesondere Flüchtlinge, sind die Zielgruppe der neuen Broschüre „Willkommen im Handwerk“. Es ist ein kleines Bilderwörterbuch wichtiger Begriffe aus Werkstatt und Baustelle in sechs Sprachen.

Handwerksbetriebe suchen händeringend Personal. Gleichzeitig ist gerade bei Flüchtlingen der Wunsch zu arbeiten groß. Doch Angebot und Nachfrage passen nicht zusammen. Vor allem die Sprachbarriere scheint häufig unüberwindbar. Hier hilft die neue Broschüre „Willkommen im Handwerk“. Gerade werden die ersten Exemplare im Landkreis verteilt, berichtet Claudia Beil über das Gemeinschaftsprojekt der Landesverbände der Unternehmerfrauen im Handwerk Niedersachsen und Bayern, das auch die Hanns-Seidel-Stiftung unterstützt hat.

Über 180 Begriffe aus dem Arbeitsleben stehen darin – mit Bild, auf Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Arabisch und Farsi. Die 56-seitige Broschüre gibt Beschäftigten mit ausländischen Wurzeln und ihren Chefs Starthilfe fürs gemeinsame Arbeiten, gegliedert in 13 Bereiche von „Bau“ über „Lebensmittel“ bis „Werkzeuge und Maschinen“.

Dass der Praktikant auf Polnisch „praktykant“ heißt, dürfte noch weniger Probleme machen. Doch das Multimeter auf Englisch „universal mesaring device“, das Schweißgerät auf Französisch „chalumeau“ und Polnisch „zgrzewarka“ – hier wird’s dann schon heikel. Und Arabisch und Farsi, das in Iran und Afghanistan gesprochen wird, kann mit dem europäischen Alphabet nicht einmal dargestellt werden.

„Wie erklärt man diese Dinge?“ Arbeitgeber und Ausbilder würden das Problem kennen, erzählt die Kreischefin der Unternehmerfrauen von Erfahrungen im eigenen Malerbetrieb. Daher hat sie auch vergangene Woche den ersten Schwung der Handbücher vom Bundeskongress des Verbandes mitgebracht. Dort hatten Bundeschefin Heidi Kluth und die bayerische Landesvorsitzende, Margit Niedermaier aus Hohenpolding, das Bilderwörterbuch vorgestellt. „Das Handwerk wirbt nicht umsonst mit dem Slogan: Es ist egal, wo du herkommst – wichtig ist, wo du hinwillst“, erklärte Kluth.

Insgesamt sei die erste Auflage 10 000 Stück groß, berichtet Beil. Ob das reicht, werde sich zeigen, meint die Unternehmerin, die mit ihrem Mann Jürgen in Eichenkofen einen Malerbetrieb führt. Im Landkreis werden die Hefte erst einmal an die 54 Mitgliedsbetriebe verteilt. Auch in der Berufsschule Erding hat Beil beim Ausbildungstag der Kreishandwerkerschaft 20 Stück gelassen.

„Man ist auch gerade dabei, eine App zu entwickeln“, berichtete die Kreisvorsitzende. Ganz nach dem Vorbild des Lehrstellen-Radar: Damit können Jugendliche ihren Traumjob in der Gegend finden – via Homepage und Smartphone-App.

Das Bilderwörterbuch

wird voraussichlich ab Dezember in Einzelexemplaren kostenlos ab-gegeben. Bei größeren Bestellungen erhebt der Verband einen Beitrag von einem Euro pro Heft. Infos auf www.bv-ufh.de. (Timo Aichele)

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