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Das neue Erdinger Sportmekka: Die beiden Spielfelder des FC Erding und der Erding Bulls direkt östlich der Eissporthalle werden getauscht. Östlich und nördlich der neuen Dreifachhalle (graue Fläche, M.) werden zwei Rasen-Kleinfelder, ein Rasen-Kompaktfeld sowie (ganz oben im Norden) ein Kunstrasen-Großfeld entstehen. Im Osten wird das Sportgelände von der S-Bahn-Ringschluss-Trasse begrenzt. 

14-Millionen-Projekt

Startschuss für Erdings neues Sportzentrum

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Eigentlich hat nur der Applaus der zahlreichen Zuhörer gefehlt.

Erding – „Wir haben den Startschuss für eine große Sportanlage in Erding gegeben“, stellte Oberbürgermeister Max Gotz in der Planungs- und Bauausschusssitzung am Donnerstagabend im Rathaus fest. In den Geislinger Ängern, nördlich und östlich der Eissporthalle, werden mehrere Fußballplätze sowie ein Football-Feld entstehen – und im Zentrum eine neue Dreifachturnhalle. Die Kosten für die komplette Baumaßnahme werden auf rund 14 Millionen Euro geschätzt.

Nachdem die Sportanlage in Schollbach wegen des schlechten Untergrunds nicht hatte realisiert werden können, konzentrierte sich die Planung der Stadt auf das Gelände hinter der Eissporthalle. „Seit 2008 durchpflügen wir quasi die Stadt“, sagte Gotz. Eichenkofen, Langengeisling, Klettham und Altenerding seien bei der Sportförderung bereits berücksichtigt worden. Jetzt der TSV, „der bereits in Schollbach dran gewesen wäre“. Der Oberbürgermeister ergänzte: „Wir brauchen Hallenbelegungszeiten und Freiflächen.“ Was die neue Dreifachturnhalle betrifft, „so wird das keine Wettkampfhalle, sondern sie ist nur für den Trainingsbetrieb da“. Eine Zuschauertribüne wird es nicht geben. Das Gelände entstehe ausschließlich auf städtischem Grund, daher der etwas krumme Zuschnitt.

Stadtbaumeister Sebastian Henrich sprach von einem „sehr großen Paket“. Direkt östlich der Eissporthalle werden die Spielfelder getauscht. „Zum einen, weil die Bulls aus den Fußballfeldern raus wollten“, erklärte Henrich, „zum anderen, weil man für Football ein längeres Feld braucht, und das ist nur im Süden möglich“. In der nord-östlichen Ecke sei ein Großfeld angedacht. Ein anderer Platz sei nicht möglich, da das Gelände im Osten von der Trasse des S-Bahn-Ringschlusses begrenzt werde.

Jürgen Dennerle vom Münchner Architekturbüro Schwinde präsentierte die Eckdaten der Dreifachhalle, die etwa 1,40 Meter im Boden abgesenkt wird. Sie ist mit einer Spielfeldgröße von 27 mal 45 Metern sowie einer lichten Höhe von sieben Metern für den Vereinssport ausgelegt. Im Obergeschoss finden sich separat zugängliche Umkleiden für den Außenbereich. Auf dem Dach ist eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen.

Auch die Kostenschätzung wurde vorgelegt. Für die Sportplätze, die bis 2020 fertig werden sollen, sind knapp vier Millionen Euro veranschlagt, für die Halle rund 7,8 Millionen. Für archäologische Untersuchungen hat der Stadtbaumeister 550 000 Euro angesetzt, sodass sich die Gesamtsumme auf rund 13,4 Millionen Euro beläuft. Dazu könnten noch einige Extras kommen, wie ein Kunstrasenplatz für 900 000 Euro oder eine Dachbegrünung der Halle für rund 115 000 Euro, so dass man letztlich auf gut 14 Millionen Euro Kosten käme, so Henrich.

„Ein paar Dinge sind für mich gesetzt“, sagte Gotz und nannte unter anderem den Kunstrasenplatz. Damit habe man in Langengeisling beste Erfahrungen gemacht. „Wir sollten zügig beginnen, damit wir am Lodererplatz keinen Engpass bekommen“. sagte Gotz.

„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht von einer Goldrandlösung in die nächste stolpern“, mahnte Hubert Sandtner (CSU). „Wir sollten nachdenken, ob wir überall die teuerste Lösung brauchen.“ Gotz widersprach: „Funktionalität geht vor Luxus, deshalb haben wir in der Halle Wettkämpfe ausgeschlossen.“ Allgemein stieß die Planung auf große Zustimmung. Hans Egger (Erding Jetzt) regte noch eine überdachte Freifläche im Zentrum des Geländes an, „wo sich die Jugendspieler auch mal mit den Eltern zusammensetzen können, so wie in Eichenkofen“. Auch Alois Flötzinger (CSU) fand die Planung „super“, schränkte jedoch ein: „Überzogen ist eine Dachbegrünung, da hat man nur wieder Pflegekosten.“ Stadtbaumeister Henrich meinte dazu: „Dachbegrünung gibt es seit 20 Jahren, hat aber den experimentellen Charakter nie verlassen.“ Alle Planungspunkte wurden schließlich einstimmig beschlossen, bis auf die Dachbegrünung. Dieses Thema wird das Architekturbüro noch einmal aufbereiten.

Auch der Name der Halle wurde kurz angesprochen. Gotz schlug vor, sie dem kürzlich verstorbenen Altbürgermeister Gerd Vogt zu widmen, was Jutta Harrer (SPD) „sehr sympathisch“ fand. Ein Beschluss wurde noch nicht gefasst.

„Wir wollen daran bauen, dass Erding die Sportstadt bleibt, die es geworden ist“, meinte Gotz, kündigte gleichzeitig aber auch an: „Das wird für längere Zeit eine der letzten großen Sportinvestitionen sein.“

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