Nord -und Südkorea wollen komplett nuklear abrüsten und Frieden schließen

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Die Wirtschaft sucht händeringend Flächen. Unser Luftbild zeigt das Gewerbegebiet Erding Nord an Sigwolfstraße und Rennweg mit Weißbräu (rechts und unten), Mercedes Nagel, Angermeier-Haus (Mitte) sowie Reifen Huber (Mitte). 

Statistik der Industrie- und Handelskammer 

Dem Boom geht der Platz aus

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Die Wirtschaft im Landkreis Erding brummt. Doch das Wachstum ist nicht grenzenlos. Es stehen immer weniger Gewerbeflächen zur Verfügung. Das belegen die neuesten Wirtschaftsdaten der Industrie- und Handelskammer.

Erding – Die Debatte um das geplante Industriegebiet in Erding-West wird nicht nur wegen der umstrittenen Logistikhalle so hitzig geführt. Noch dazu haben zahlreiche Firmen Flächenbedarf angemeldet und drohen mit Absiedlung aus der Kreisstadt. Dass die Befürchtungen berechtigt sind, zeigen die aktuellen Wirtschaftsdaten der IHK München-Oberbayern für den Landkreis.

Die Zahl der sofort oder binnen eines Jahres verfügbaren Gewerbeflächen ist zwischen 2011 und 2016 um zehn Prozent von 29 auf 26 Hektar zurückgegangen. Ähnlich sieht es bei den mittel- bis langfristig verfügbaren Flächen (ab zwei Jahre) aus: Deren Zahl sank um 14,1 Prozent von 78 auf 67 Hektar.

Ein weiteres Indiz für einen sich abzeichnenden Mangel ist die Entwicklung der Gewerbeanmeldungen, die im Fünfjahreszeitraum um 16 Prozent auf 1364 weniger wurden – ein Trend, der übrigens auch oberbayern- und landesweit gilt.

Gleichzeitig gestiegen ist die Einwohnerzahl, von 2010 bis 2016 um 4,8 Prozent auf 132 626. Bis zum Jahr 2035 sollen es noch einmal 16,6 Prozent mehr werden – auf dann 154 700. So stark wächst kein anderer Landkreis im Großraum München, in Oberbayern und im gesamten Freistaat.

Für die, die hier wohnen und herziehen, gibt es nach den Zahlen der IHK nach wie vor ausreichend Arbeit. Die Summe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist seit 2011 um 37,4 Prozent auf 43 137 gestiegen. Auch dieses Wachstum ist in der Metropolregion München unerreicht. Gleichzeitig verharrt die Arbeitslosenquote auf einem sehr niedrigen Niveau – derzeit 1,6 Prozent. Tendenz in jüngerer Vergangenheit: sinkend. Von Vollbeschäftigung ist die Rede.

Die Kehrseite dieser Medaille: Fachkräfte- und Azubi-Mangel. Die IHK beobachtet seit Jahren einen Rückgang bei den Neuabschlüssen von Lehrverträgen. 2011 waren es 915 gewesen, 2016 nur noch 850.

Allerdings steigt auch der Anteil derer, die im Landkreis leben, aber außerhalb arbeiten. Das Pendlersaldo betrug zuletzt minus 16 068. Dass Freising hier ein kleines Plus zu verzeichnen hat, liegt daran, dass der Flughafen mit über 30 000 Arbeitsplätzen in der Statistik dem Nachbarlandkreis zugeschlagen wird.

Unterm Strich bleibt der Landkreis Erding aber eine Boom-Region. Die IHK vertritt allein hier 9200 Betriebe. Darunter befinden sich unter anderem 1386 produzierende Gewerbe, 394 Groß- und 1563 Einzelhändler. Hinzu kommen 136 Kreditinstitute und -vermittler, 252 Versicherungen sowie 461 Hotels und Gaststätten.

Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner im Erdinger Land ist seit 2010 um mehr als ein Fünftel auf fast 29 000 Euro gestiegen, stärker als im Landesdurchschnitt (19,8 Prozent). Die Kaufkraft stieg in dieser Zeit um 17,3 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro.

Von Hans Moritz

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