Drei Jahre lang war Markus Schmidt Mitglied des Kreistages. Foto: Archiv

Uni statt Kreistag

Erding - Markus Schmidt war das Küken im Kreistag von Erding. Jetzt ist er weg.

„Im ersten Moment fühlte ich mich ganz schön klein“, beschreibt Markus Schmidt, seine erste Kreistagssitzung. Ein halbes Jahr habe es gedauert, bis sich der damals 18-Jährige eingearbeitet hatte. „Ich merkte, dass ich trotz meines Alters ernst genommen wurde. Schließlich wurde ich wie die anderen gewählt.“ Je mehr sich der Grünenpolitiker einbrachte, umso mehr lernte er jedoch die Schwierigkeiten einer Minderheitenpartei kennen.

„Klar wusste ich, dass man da nicht einfach hingehen kann und etwas gravierend verändert“, sagt Schmidt, „aber ich war schon überrascht wie schwierig es ist, Anträge durchzubringen und Ideen zu realisieren“. Dass seine Jugend auch Vorteile hatte, merkte Schmidt im Ausschuss für Bildung und Kultur: „Ich konnte die Dinge aus der Schülerperspektive beurteilen.“

Allerdings hätte er gern öfter die Möglichkeit gehabt, sich für die Belange der Schüler zu engagieren. „Oft waren die Themen nicht konkret auf Bildung bezogen“, klagt Schmidt. Vor allem das Thema Schulbau hätte den Ausschuss beherrscht. Dennoch ist der 21-Jährige mit seiner Zeit im Amt zufrieden.

„Es war eine sehr aufschlussreiche Zeit. Ich habe es genossen, an einem Ort zu sein, an dem man sich einbringen, aber auch Kritik üben kann.“ In Zukunft wird er seine politische Karriere „relativ zurückfahren“. Seit Oktober ist Schmidt an der Technischen Universität München eingeschrieben. Er ist in die Landeshauptstadt umgezogen, um technologieorientierte Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Sein Mandat legte er darum nieder. „Der Stress an der Uni ist eben ein anderer, als der in der Schule.“

Statt mit Kreitagsdebatten wird sich Schmidt nun mit Zahlen auseinandersetzen. Die naheliegende Idee, Politik zu studieren, kam für ihn auch in Frage, „aber ich habe mehr Spaß an der aktiven Umsetzung von Politik, als sie in nur theoretisch zu analysieren“. Deshalb wird Schmidt seine Begeisterung für das politischen Geschehen außerhalb der Hörsäle weiter ausleben. „Ich werde an Kreistreffen der Grünen und der Grünenjugend in München teilnehmen.“ Die Werte, die seine Partei vertritt, sagt er, liegen ihm von klein auf am Herzen. „Die Grünen denken über die nächste Wahl hinaus und wollen nachhaltig etwas verbessern“, meint der von Rhetorik faszinierte Neu-Münchner.

In den Kreistag rückt für Schmidt der Walpertskirchener Stephan Glaubitz nach. Der freiberufliche Musiker und Musiklehrer wurde am Montag vereidigt.

lib

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare