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Ein Streitthema ist seit Bekanntwerden der Pläne der geplante Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher.

Stellungnahme

Landratsamt: Alles korrekt am Notzinger Weiher

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Der Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher ist seit Bekanntwerden der Pläne ein Streitthema. Jetzt hat der Bund Naturschutz Klage gegen den Baubescheid eingereicht (wir berichteten). Der Verband kritisiert unter anderem, dass der Schutzzweck des Landschaftsschutzgebiets verletzt werde. Das Landratsamt reagiert nun auf die Vorwürfe.

Notzing/Erding Auf Unverständnis stieß in der Öffentlichkeit eine Abholzungsaktion Ende 2016. Diese pflegerischen Maßnahmen seien unabhängig von dem geplanten Jugendzeltplatz gelaufen, schreibt Behördensprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer. Der damalige Leiter der Unteren Naturschutzbehörde habe dem Kreistag im Dezember 2016 erläutert, dass das Gelände um den Weiher seit der letzten Pflegemaßnahme zwölf Jahre geruht habe. Statt eines jährlichen Rückschnitts sei im November 2016 eine „etwas stärkere Pflegemaßnahme“ durchgeführt worden. Bis dahin habe man das Grundstück nur zu Fuß erreichen können.

„Die Maßnahme wurde von der eingebundenen Unteren Naturschutzbehörde sehr wohl fachlich und rechtlich geprüft“, erklärt das Landratsamt. Aus naturschutzfachlicher Hinsicht sei die Maßnahme zulässig gewesen.

Für die Baugenehmigung seien die Belange des öffentlichen Naturschutzes mit der Jugendförderung und der Erholungsnutzung abgewogen worden. Ein Landschaftsschutzgebiet habe nicht den gleichen Schutzcharakter, wie ein Naturschutzgebiet. Berücksichtigt würden auch der landschaftliche Charakter und der Artenschutz. Das Ergebnis laut Landratsamt: „Nach ausführlicher Prüfung aller Aspekte konnte die Baugenehmigung erteilt werden.“ In der Stellungnahme heißt es außerdem: „Bei einer einseitigen Betrachtung der Sachlage könnte man zu dem Schluss kommen, dass sich auch eine Badenutzung zu stark negativ auf die natürlichen Gegebenheiten vor Ort auswirkt und diese somit untersagt werden müsste.“

Diskutiert wurde auch über die Behandlung des Themas im Kreistag. Dazu stellt das Landratsamt nun fest, dass der Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt in seiner Sitzung vom 21. November 2016 folgenden Beschluss gefasst habe: „Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Schritte zur Umsetzung einzuleiten.“ Das Votum fiel einstimmig aus. Auch habe der Kreistag dem Vorhaben im Rahmen der Haushaltsberatungen zugestimmt. Dies geschah am 19. Dezember 2016 durch die Verabschiedung des Etats mit 56:2 Stimmen.

Auch die geplanten Baumaßnahmen erläutert die Kreisbehörde. Neben dem Jugendzeltplatz mit Funktionsgebäude soll eine Wasserrettungsstation entstehen. Diese sei gefordert worden, um die Sicherheit aller Badegäste zu erhöhen. Die jetzige Situation mit mobilen Klohäuschen sei „defizitär“. Stattdessen werde „eine adäquate Toilettenanlage errichtet“. Zudem werde über einen Naturerlebnispfad und eine Umweltbildungsstation diskutiert.

Die Zustellung der Bauunterlagen an den Bund Naturschutz sei korrekt verlaufen. Sie seien unmittelbar nach deren Fertigstellung vor Weihnachten verschickt worden. „Da die Klagefrist erst ab dem Tag der Zustellung beginnt (in diesem Fall also im Januar), waren die Möglichkeiten des Bund Naturschutz in diesem Fall nicht beschnitten“, schreibt das Landratsamt. 

Timo Aichele

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