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OB Max Gotz verteidigte sein Amt bei der Stichwahl.

Stichwahl 2020

Max Gotz bleibt OB in Erding

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Erst im zweiten Anlauf hat Oberbürgermeister Max Gotz sein Amt verteidigt. In der Stichwahl holte der 56-Jährige 59,3 Prozent der Stimmen.

Erding – 10 451 Bürger schickten den CSU-Ortsvorsitzenden Max Gotz in seine dritte Amtszeit als OB. Für ihn war es die erste Stichwahl. Vor zwei Wochen hatte Gotz mit 48,9 Prozent und 7691 Stimmen die absolute Mehrheit knapp verfehlt.

Achtbar geschlagen hat sich Petra Bauernfeind. Die FW-Spitzenkandidatin, die 2014 schon einmal gegen Gotz angetreten war, kam auf 40,7 Prozent. 7171 Erdinger stimmten für die 50-Jährige. Damit konnte sie die Stimmenzahl von vor zwei Wochen mehr als verdoppeln. Im ersten Wahlgang hatte die Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe Erding 22,3 Prozent beziehungsweise 3502 Stimmen geholt. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,8 Prozent. 217 Stimmzettel waren ungültig. Die Briefwahl wirkte sich positiv aus, vor zwei Wochen hatten nur 55,3 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem demokratischen Grundrecht Gebrauch gemacht.

„Besonders starke Legitimation“ – OB Max Gotz glücklich über Wahlsieg

Gotz reagierte hoch erfreut, als gegen 20.30 Uhr fertig ausgezählt war. „59,3 Prozent sind ein sehr sehr starkes Ergebnis, über das ich mich sehr freue, ebenso wie über die deutlich höhere Wahlbeteiligung als vor zwei Wochen.“ Diesen Wert und die mehr als 10 000 Stimmen wertet der OB als „besonders starke Legitimation“. Gotz glaubt, dass „die Menschen einen starken OB wollen, der auch überregional was zu sagen hat“.

Dass er überhaupt in die Stichwahl musste, führt Gotz auch darauf zurück, „dass es ein OB-Kandidat mehr als vor sechs Jahren war.

Gegenkandidatin zufrieden mit Ergebnis

Der Stadtrat sei bunter geworden. Die veränderten Mehrheiten machten es erforderlich, „dass wir mehr aufeinander zugehen müssen“. Gotz dankte den Wählern und allen in der Partei, „dass sie mich seit zwölf Jahren so unterstützen“.

Nicht minder genießen konnte den Abend Bauernfeind. „Ich freue mich sehr“, sagte sie unserer Zeitung am Telefon. „Ich wäre schon mit 35 Prozent zufrieden gewesen, aber dass nun eine Vier davor steht, damit hätte ich nicht gerechnet“, so die Journalistin.

Bauernfeind: Die Zeiten absoluter Mehrheiten sind vorbei

Sie glaubt, dass die Wähler Gotz „schon auch einen Denkzettel verpasst haben“. Dass Gotz Kritiker gleich als Nörgler abstemple, „dürfte bei dem einen oder anderen nicht gut angekommen sein“. Insgesamt geht Bauernfeind davon aus, „dass die Zeiten absoluter Mehrheiten vorbei sind, dafür ist die Gesellschaft zu pluralistisch und bunt geworden“.

Dem Stadtrat gehören ab Mai wieder neun Gruppierungen an, AfD und Linke sind neu dazu gekommen, dafür sind die Republikaner und die Piraten rausgeflogen. „Für die Fraktionen wird es interessanter. Die Sitzungen werden wohl länger dauern“, mutmaßt Bauernfeind.

Mit der Wahl Gotz’ zum OB hat es nun auch der Altenerdinger Feuerwehrkommandant Stephan Stanglmaier in den Stadtrat geschafft. Wäre Bauernfeind Oberbürgermeisterin geworden, wäre Johanna Mehringer in das 40-köpfige Gremium eingezogen. 

Hans Moritz

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