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Noch einmal zur (Brief-)Wahl aufgerufen sind am Sonntag alle Wahlberechtigten. Denn bei der Landratswahl kommt es zu einem Stechen, ebenso in sechs Gemeinden, darunter in Erding und Taufkirchen.

Stichwahlen 2020

Zweiter Wahlgang beim Landrat und in sechs Gemeinden

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  • Hans Moritz
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Jeder Wahlberechtigte im Landkreis ist bis zum 29. März ausschließlich per Briefwahl noch einmal dazu aufgerufen, sein Kreuzerl zu machen – manche sogar zwei.

Landkreis– Jeder Wahlberechtigte im Landkreis ist bis zum 29. März ausschließlich per Briefwahl noch einmal dazu aufgerufen, sein Kreuzerl zu machen – manche sogar zwei. Denn neben der Stichwahl zwischen Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) und seinem Herausforderer Hans Schreiner (FW) stehen in sechs Kommunen ebenfalls Stichwahlen ums Bürgermeisteramt an. Die Wahlunterlagen sind mittlerweile verschickt.

Seit 2002 amtiert Martin Bayerstorfer (CSU) als Landrat. Eine neue Konstellation zwang ihn nun erstmals in die Stichwahl: Freie Wähler, SPD und Grüne einigten sich auf einen Kandidaten: Hans Schreiner. Er holte 45,5 Prozent, Bayerstorfer 48,9. Mit wahlentscheidend ist nun, wie sich die 5,6 Prozent der Wähler verhalten, die in Runde eins für AfD-Mann Rainer Forster gestimmt hatten. Eine Rolle spielen dürfte sicher auch das Krisenmanagement in der Corona-Pandemie. Schreiner hofft auf Erding: In der 38 000-Einwohner-Stadt hatte er die absolute Mehrheit geholt. Bayerstorfer war das in 18 der 26 Gemeinden gelungen.

Max Gotz klarer Favorit in Erding

Für eine der größten Überraschungen sorgten die Wähler in der StadtErding. Die Wenigsten hatten damit gerechnet, dass es der 2008 ins Amt gekommene und 2013 zum Oberbürgermeister aufgestiegene Max Gotz nicht im ersten Anlauf schafft – wenn auch knapp: 48,9 Prozent holte der CSU an. Herausfordern wird ihn (erneut) Petra Bauernfeind von den Freien Wählern (22,3 Prozent). Klarer Favorit ist der Amtsinhaber, trotz Kritik an Rathaustunnel, Christkindlmarkt und seiner Art, andere Meinungen mitunter recht rüde abzukanzeln. Die SPD hat schon erklärt, keine Wahlempfehlung abzugeben, ebenso die AfD.

Wer wird Hofstetters Nachfolger in Taufkirchen?

Stefan Haberl (CSU) gegen Manfred Slawny (SPD) – das ist die Konstellation in Taufkirchen. Nach 24 Jahren unter Bürgermeister Franz Hofstetter haben die meisten Wähler in der ersten Runde auf dessen erst 36 Jahre alten Parteifreund gesetzt (43,5 %). Der Finanzfachmann arbeitet in der Fraunberger Gemeindeverwaltung und ist als Musikant bekannt. Slawny (28,5 %) ist jedoch eine feste Größe im Gemeindeleben. Er ist seit 2005 im Gemeinderat und Vorsitzender des 1100 Mitglieder starken SC Moosen. Der Genosse müsste jetzt neue Anhänger gewinnen - und das gerade unter den Wählern von Martin Huber (AfD, 10,1 %) und des eher konservativen Freien Wählers Korbinian Empl (17,1 %).

Streu verpasste absolute Mehrheit in Forstern ganz knapp

In Forstern treten Rainer Streu für die Alte Wählergemeinschaft (AWG) und Maria Feckl für die Grünen an. Newcomerin Feckl hat beim ersten Wahlgang aus dem Stand heraus 26,8 Prozent der Stimmen geholt – und damit fast drei Prozent oder 58 Kreuzerl mehr als Sebastian Klinger (CSU), der mit 18 Jahren im Gemeinderat von allen drei Kandidaten die meiste kommunalpolitische Erfahrung mitgebracht hat. Ganz knapp war die Entscheidung für Streu. Ihm fehlten zu 50 Prozent der Stimmen gerade 0,7 Prozent oder 15 Kreuzerl.

Finsing: Kressirer gegen Heilmair

In Finsing kämpft Amtsinhaber Max Kressirer (WGE) um seine Wiederwahl. Mit 38,5 Prozent hat er schon ordentlich vorgelegt. Herausforderer Dieter Heilmair (CSU) vereinte immerhin 25,0 Prozent der Stimmen auf sich. Er konnte nur in einem von sieben Stimmbezirken die meisten Bürger von sich überzeugen, Kressirer punktete hingegen in fünf Stimmbezirken – darunter am stärksten in seinem Heimatort Eicherloh, wie schon in den vorangegangenen Wahlen. Die weiteren Kandidaten Gertrud Eichinger (SPD) und Andreas Wimmer (FWF) kamen zusammen auf 36,5 Prozent.

Josef Strasser Favorit in Langenpreising

In Langenpreising geht Josef Strasser als Favorit in die Stichwahl. Der Freie Wähler hatte vor neun Tagen 46,3 Prozent geholt. Etwas ernüchtert war sein Rivale Leo Melerowitz von der CSU, der es auf 31,3 Prozent gebracht hatte. Beide Kandidaten werden die Wahlergebnisse am Sonntag wegen Corona wohl zuhause verfolgen. Strasser will noch nicht zu optimistisch an die Sache herangehen. Was sei zum Beispiel, wenn die Wahlbeteiligung nun deutlich geringer ausfalle als beim letzten Mal?, gibt der Favorit zu bedenken. Groß Wahlkampf war für beide nicht möglich. Melerowitz hat sich per E-Mail und auf Facebook bei seinen Wählern bedankt, seine Plakate mit Stichwahl-Aufklebern überzogen. Strasser verzichtete derweil auf Facebook und hat zu Fuß lieber Flyer an die Haushalte verteilt.

Kopf-an-Kopf-Rennen in Isen

Auf den ersten Blick im konservativen Spektrum bewegen sich beide Kontrahenten in Isen. Michael Feuerer (CSU) holte mit 31,5 Prozent etwas mehr als Irmgard Hibler von den Freien Wählern (27,2 %). Sie ist neu in der Kommunalpolitik. Rein nach der politischen Farbenlehre dürfte es ihr aber leichter fallen, im rot-grünen Lager Unterstützer zu finden. Schließlich ist auch Isen stark von der A 94 betroffen, und der Grüne Florian Geiger (24,8 %) sowie Albert Zimmerer von der SPD (16,5 %) vereinen ein großes Stimmenpotenzial auf sich.

Hans Moritz, Timo Aichele, Vroni Macht und Markus Schwarzkugler

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