Stieglmeier: Kündigung des Trägers war keine Eilsache

Frauenhaus: Grüne sorgen sich um Übergang

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Der Streit im Kreistag um das Frauenhaus beziehungsweise die Kündigung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) schwelt weiter. Jetzt geht‘s in die nächste Runde: 

Erding - Die Grünen-Fraktion sieht nach wie vor keinen Grund, warum Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) eine einsame Entscheidung getroffen hat, anstatt den Kreisausschuss abstimmen zu lassen. Auf eine Anfrage der Grünen hatte Bayerstorfer erklärt, er habe wegen Fristen schnell und deswegen ohne Rücksprache entscheiden müssen.

Sprecherin Helga Stieglmeier moniert erneut, dass die Kündigung nicht gerechtfertigt gewesen sei und die Betreuung von Gewaltopfern zumindest in der Übergangszeit im Frühjahr 2018 gefährdet sei. Ihr Schreiben an liegt unserer Zeitung vor.

Weiter kritisiert Stieglmeier, dass der Landrat so tue, als ob der Landkreis Erding die 165 000 Euro Defizit von 2016 allein tragen müsse. Ebersberg und Freising seien aber nach wie vor mit im Boot. Deswegen müsse Erding lediglich 65 000 Euro aufbringen.

Die Grünen sorgen sich um die Übergangszeit, bis der neue Träger – im Rennen sind neben dem SkF das BRK und die Arbeiterwohlfahrt. Sie verlangen Aufklärung, wie die reibungslose Fürsorge gestemmt werden soll, wenn der SkF am 28. März ausscheidet und am 1. März ein neuer Träger die Arbeit aufnimmt. Hinzu komme, dass alle Ehrenamtlichen ihren Rückzug angekündigt hätten und über Nacht ein komplett neues Team installiert werden müsse. Stieglmeier verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es gerade traumatisierten Menschen schwer falle, wieder Vertrauen aufzubauen. Der vollständige Personalwechsel berge folglich erhebliche Risiken.

Unklarheit sieht die Fraktion auch bei der Fortführung der Interventionsstelle. Laut Stieglmeier läuft dieser Vertrag mit dem SkF zum Jahresende aus. „Was passiert zwischen 1. Januar und 28. Februar?“, will die Politikerin wissen.

Stieglmeier fordert ein Ende der einsamen Entscheidungen. Sie nimmt den Landrat bei dessen Ankündigung, dass eine Leistungsbeschreibung erarbeitet werde, beim Wort und stellt den Antrag, dass alle Konzepte vorab an alle Fraktionen verschickt werden. „Da der Kreisausschuss über die Trägerschaft entscheidet, muss gewährleistet sein, dass sich die Kreisräte ausreichend vorbereiten können.“

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