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Starke Männer und Mini-Männer: Die Footballer der Erding Bulls schultern den eigenen U 11-Nachwuchs. Beide Teams wurden für ihre Leistungen im Jahr 2017 geehrt (siehe Seite 13). Ob auch an ihren Autos Strafzettel hingen, wissen wir nicht.

Strafzettel-Aktion während der Sportlerehrung 

Auch der OB bekommt ein Knöllchen

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Wer Rettungswege zuparkt, muss mit einem Strafzettel rechnen. Einige Sportler sind dennoch sauer. Weil sie zuvor von der Stadt ausgezeichnet worden waren. Der Oberbürgermeister kann das teilweise nachvollziehen. Er selbst bekam übrigens auch ein Knöllchen – und zahlt „selbstverständlich“.

Erding – Wir wissen nicht, wie viele Athleten nach der Sportlerehrung der Stadt Erding mit einem Strafzettel nach Hause gingen. „Es waren mehrere“, sagt Günther Pech. Die genaue Anzahl werde er nicht mitteilen, aber er bestätigte: „Auch der Wagen des Oberbürgermeisters war dabei.“ Konkret war der Pressesprecher der Stadt Erding bei der Höhe des Verwarnungsgeldes: „Eigentlich wären es 15 Euro gewesen, aber wir haben es bei zehn Euro belassen.“ Die Vermutung, dass die Parksheriffs bei OB Max Gotz etwas großzügiger, widersprach dieser gestern selbst: „Natürlich muss ich die gleiche Summe bezahlen.“ Und er stellte auch klar: „Das war ich selbst, nicht mein Fahrer.“

Rückblende in den Dezember 2017: Während einer Weihnachtsfeier in der Grundschule am Ludwig-Simmet-Anger hatte die Brandmeldeanlage Alarm geschlagen. „Damals konnte der Rettungsdienst nur erschwert anfahren, weil alles zugeparkt war“, erinnert sich Pech. „Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ sei deshalb am Montag die Parküberwachung im Einsatz gewesen. Deren Chef Daniel Kabjoll habe es zwar bedauert, „aber weil die Rettungswege zugeparkt waren, mussten Verwarnungsgelder ausgesprochen werden. Es ist schließlich seine Aufgabe, für die Sicherheit zu sorgen“, so Pech.

Dass am Dienstwagen des OB kein Strafzettel heftete, erklärte Pech so: „Sein Auto ist den Mitarbeitern natürlich bekannt.“ Und so sei die Parküberwachung bereits direkt bei ihm vorstellig, bestätigte Gotz gestern der Heimatzeitung. Natürlich müsse er für die Parksünde ebenso bezahlen wie bei Geschwindigkeitsübergrenzungen.

Gar nicht gut kam die Aktion bei Sportlern und Angehörigen an. So schrieb die Mutter eines Athleten: „Das kann doch wohl nicht sein, dass bei der Sportlerehrung der Stadt Erding Strafzettel vom Ordnungsamt der Stadt ausgestellt werden, an alle Autofahrer, die nicht in offiziellen Parklücken standen. Wir haben auch niemanden behindert.“ Die Stadt solle sich überlegen, die Ehrung beispielsweise in der Semptsporthalle stattfinden zu lassen, wo mehr Parkplätze zur Verfügung stehen „oder gleich dazu schreiben, dass man das Strafzettelgeld bei der Ehrung mit einberechnen muss, wenn man nicht in Fahrrad- oder Fußgängerentfernung zur Schule wohnt“.

Pech hält die Schule mit ihrer großzügig gestalteten Aula für den perfekten Ort. „Aber es wird bei uns diskutiert, dass wir im Vorfeld auf die eingeschränkte Parkplatzsituation hinweisen.“ Gotz kündigte zudem an, dass ein Mitarbeiter der Stadt künftig vor der Veranstaltung den Parkverkehr ordnet. Den Ordnungshütern macht er keinen Vorwurf: „Sie haben nur ihren Job gemacht.“ Mitarbeiter der Parküberwachung hätten aber die Gäste durchaus im voraus über die Situation aufklären können.

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