Glücksgefühle am Sonntagabend: Violinissimo musizierte hinreißend im Erdinger Stadtpark. Die Natur gesellte sich mit vielgestaltigen Geräuschen als Orchestermitglied dazu. Das Publikum war begeistert.
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Glücksgefühle am Sonntagabend: Violinissimo musizierte hinreißend im Erdinger Stadtpark. Die Natur gesellte sich mit vielgestaltigen Geräuschen als Orchestermitglied dazu. Das Publikum war begeistert.

Begeisterndes Benefizkonzert des Jugendkammerorchesters Violinissimo – Sogar die Krähen wirkten mit

Streicherklänge im Stadtpark

Erding - Endlich wieder ein öffentliches Konzert: Für dieses Erlebnis unter freiem Himmel im Stadtpark sorgten die jungen Musiker von Violinissimo.

Serenade an der Himmelsleiter: Unter diesem lyrischen Titel stand das Benefizkonzert des Jugendkammerorchesters Violinissimo zugunsten des Christophorus Hospizvereins im Stadtpark – ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswerter Abend. Endlich konnte man wieder ein öffentliches Konzert erleben – unter freiem Himmel.

Zu den Streicherklängen gesellte sich die Natur als äußerst präsentes Orchestermitglied, was zu besonderen Klangerlebnissen führte. Auch die Endlichkeit und die Licht spendende Hoffnung hatten ihren Platz, da der Konzertabend der Palliativarbeit gewidmet war und der Schatten der Pandemie symbolisch erhellt wurde. Es war berührend, als zum stimmungsvollen Finale einige Orchestermitglieder mit Fackeln das Feuer zur Himmelsleiter trugen, um an all jene Menschen zu denken, die nicht mehr da sind.

Bevor der Musik das Wort überlassen wurde, begrüßte die künstlerische Leiterin Ulli Büsel Gäste aus der Kommunalpolitik und der Musik, Mäzene und Gertraud Lippe vom Hospizverein. Einen besonderen Dank richtete Büsel an OB Max Gotz, der es ermöglicht hatte, dass sich der Stadtpark in eine Konzertbühne verwandelte.

So begleitete ein Krähenchor, mal in kleiner, mal in großer Besetzung, die Stücke, die von der Barockzeit bis in die Moderne reichten. Die Sempt raunte und plätscherte leise, von der angrenzenden Kuhweide wehten Glockenklänge herüber, die vorbeirauschende S-Bahn steuerte urbane Geräusche bei, und Mückenschwärme tanzten in den schwülen Nachthimmel hinein.

Das Jugendkammerorchester und das Kammerensemble von Violinissimo hatten den Konzertabend mit Büsel überwiegend online vorbereitet. Beim Auftritt hatten die Musizierenden mit der Naturakustik umzugehen, die bei allem Charme das sich gegenseitig Hören in einem unbegrenzten Raum vor Herausforderungen stellte. Hier erwies sich wieder einmal Büsels Konzept, ohne Dirigat zu spielen und dafür ganz Ohr für den gesamten Klangkörper und seine Einzelstimmen zu sein, als tragfähig.

Nahezu traumwandlerisch fanden sich die jungen Musiker im Gesamtklang und schufen Raum für solistische Glanzleistungen, als beispielsweise Felix Eckert Ernest Blochs „Prayer“ oder Clara Büsel Pablo de Sarasates „Zigeunerweisen“ zu Gehör brachten. Antonio Vivaldi spazierte durch den Stadtpark, Johann Sebastian Bach gab sich die Ehre, Max Bruch sorgte für schicksalhafte Dramatik. In einer Suite aus Werken von Nikos Skalkottas und Dmitri Schostakowitsch reichten sich griechische Folklore und russische Walzerklänge die Hand. Das alles war hinreißend musiziert.

Erfolgversprechend gestaltet sich auch die Nachwuchsarbeit von Violinissimo. Büsel nahm das Konzert zum Anlass, um einige neue Orchestermitglieder offiziell aufzunehmen. Das Publikum begleitete die Darbietungen mit großem Applaus und Jubelrufen. VRONI VOGEL

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